Archiv für das Tag 'wikileaks'

Apr 26 2013

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“The Pirate Bay” übersiedelt nach Island

Das ehemals schwedische BitTorrent-Portal The Pirate Bay hat nun in Island seine neue Heimat gefunden. ThePirateBay.is ist ab sofort die neue Domain, nachdem man in Grönland nicht willkommen war und die frisch registrierte Domain bereits nach zwei Wochen wieder gelöscht wurde.

Die Betreiber von The Pirate Bay befürchten, dass die schwedische Domain bald nicht mehr erreichbar sein wird und von den schwedischen Behörden beschlagnahmt wird. Daher begaben sie sich auf die Suche nach einer neuen Heimat. Diese ist nun scheinbar mit Island gefunden, nachdem Grönland, obwohl das Land autonom ist, das BitTorrent-Portal ablehnte. Der dortige Domain-Name-Registrar bezog sich auf eine Entscheidung eines dänischen Gerichts, wonach das BitTorrent-Portal als “illegal” erklärt wurde. Thepiratebay.gl und piratebay.gl waren als Folge nicht mehr erreichbar.

Die neue Domain ist ThePirateBay.is. Der neue isländische Dienstleister kündigte berteits an, keinerlei Zwangsmaßnahmen zu ergreifen, außer ein Gerichturteil würde ihn dazu zwingen. Auch WikiLeaks wählte Island zwischenzeitlich als Standort für seine Website aus, so gilt Island als Verfechter der freien Meinungsäußerung. Gegenüber TorrentFreak betonte die ISNIC, dass man sicherlich nicht proaktiv .is-Domains sperren werde: „Solch eine Aktion bedürfte eines formalen Beschlusses eines isländischen Gerichts.”

Quelle: futurezone

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Dez 19 2011

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Wikileaks gründet eigenes Social Network “Friends of Wikileaks”

Die Enthüllungsplattform WikiLeaks will seinen Anhängern und Sympathisanten ein eigenes Netzwerk bieten, in dem sie sich austauschen und organisieren können. Die Mitglieder von “Friends of WikiLeaks” (FoWL) sollen die Enthüllungsplattform mit Spenden oder mit Öffentlichkeitsarbeit aktiv unterstützen. Durch die Vernetzung der WikiLeaks-Anhänger erhofft sich das Portal Synergien, um gemeinsam produktiv und effizient arbeiten zu können.

Wer sich bei FoWL anmeldet, werde zunächst einmal zum Spenden aufgefordert, berichtet der Spiegel. Außerdem soll ein neues Mitglied seinen ungefähren Wohnort und seine Sprachkenntnisse angeben, damit er mit sechs FoWL-Usern aus seiner Umgebung und mit sechs weiteren Mitgliedern aus aller Welt verbunden werden kann. Momentan lägen allerdings noch nicht genügend Anmeldungen vor, um diese Funktion zu nutzen.

Auf wlfriends.org erklären die Betreiber des Netzwerkes: “Friends of WikiLeaks (FoWL) ist ein unabhängiges Netzwerk von Bewohnern des Planeten Erde die WikiLeaks verteidigen und ihre Ziele und Werte vertreten.” In dem Manifest heißt es weiter: “FoWL wurde aufgebaut, um Unterstützung (sei er materieller Form, durch Öffentlichkeitsarbeit oder in anderer Form von Solidarität) jedem zukommen zu lassen, der sich aufgrund der Veröffentlichung von Informationen zur Entwicklung einer gerechteren Gesellschaft in Gefahr befindet.”

Zwar wird FoWL auf der Internetseite als separates Netzwerk beschrieben, das keine Abteilung von WikiLeaks ist und diesem auch nicht untergeordnet ist, trotzdem wird man laut Spiegel als neues Mitglied mit den Worten “Mit freundlichen Grüßen, Julian Assange” begrüßt. Der WikiLeaks-Gründer muss sich derzeit in London vor Gericht verantworten. Er ist wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung angeklagt. In Maryland läuft außerdem der Prozess gegen Bradley Manning, der angeblich mehrere wichtige Dokumente der US-Geheimdienste auf Wikileaks veröffentlicht haben soll.

Quelle: meedia

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Nov 28 2011

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Wikileaks kündigt neue Verschlüsselung an

Abgelegt unter Politik & Wirtschaft

Informanten sollen durch neues Sicherheitssystem besser geschützt werden.

Die Enthüllungs-Plattform Wikileaks will ihre Informanten mit einem neuen Verschlüsselungsverfahren künftig besser schützen. Auf einer Pressekonferenz am 1. Dezember 2011 solle die Online-Sicherheit von Informanten im Zentrum stehen und ein neues Sicherheitssystem vorgestellt werden, hieß es in einer neuen Mitteilung. Der Betrieb der Plattform war im vergangenen Oktober gestoppt worden, unter anderem, um die Sicherheit der Informanten nicht zu gefährden. Allerdings hatten schon zuvor die Ermittlungen gegen Gründer Julian Assange und Streitereien in der Wikileaks-Spitze die Arbeit weitgehend lahmlegt.

Statt der SSL-Verschlüsselung habe man ein neues, komplexes System für die Dokumenten-Einreichung entwickelt, erklärten die Wikileaks-Aktivisten jetzt. Die Sicherheit von SSL-Zertifikaten sei seit mehr als einem Jahr durch Banden der organisierten Kriminalität und Geheimdienste durchlöchert worden und nicht mehr reparabel, heißt es in der Mitteilung. Die Möglichkeit der sicheren Kommunikation von Journalisten und Menschenrechtsaktivisten über das Internet sei erheblich eingeschränkt gewesen. Die neue elektronische “Drop Box” solle substanziell besser sein als ihr Vorgänger.

Im Grunde hatte Wikileaks bereits für Montag, den 28. November 2011, einen Relaunch seines Einsendungs-Systems angekündigt, welches sich nun bereits über einem Jahr im Offline-Zustand befindet. In letzter Minute wurde die Präsentation um einige Tage verschoben. Wikileaks berief sich gegenüber Financial Times auf die Komplexität eines Neuaufbaus. Julian Assange, das Aushängeschild des Whistleblower-Portals, bekämpft unterdessen in Großbritannien ein Gerichtsurteil, das zu seiner Auslieferung an Schweden führen soll, wo er wegen sexueller Belästigung angeklagt wird.

Quelle: futurezone

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Nov 12 2011

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Wikileaks: Twitter muss in USA Daten offenlegen

Hat die US-Justiz das Recht, bei Ermittlungen die Daten von Twitter-Nutzern in aller Welt einzuholen? Ein zweiter US-Richter hat dies jetzt bestätigt. Die betroffenen Wikileaks-Unterstützer sprechen von einer Niederlage für die Meinungsfreiheit.

Der Online-Kurzmitteilungsdienst Twitter soll dem US-Justizministerium die Daten zu den Konten von drei Wikileaks-Unterstützern übergeben – diese Anweisung bestätigte jetzt ein Bezirksrichter im US-Staat Virginia. Die Betroffenen und die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) äußerten sich enttäuscht.

“US-Regierung hat Zugang zu Daten”
„Mit dieser Entscheidung sagt das Gericht allen Nutzern von Online-Diensten mit Sitz in den USA, dass die US-Regierung einen geheimen Zugang zu ihren Daten hat“, kritisierte die isländische Parlamentsabgeordnete Birgitta Jonsdottir, eine der drei Personen, deren Daten die US-Justiz beantragt hat. Die Entscheidung sei „ein großer Schritt rückwärts für das Vermächtnis der USA in der Meinungsfreiheit und beim Recht auf Privatsphäre.“

In dem Streit geht es insbesondere um die IP-Adresse, also die eindeutige Computerkennung, bei der Veröffentlichung bestimmter Tweets. Richter Liam O`Grady wies am Donnerstag (Ortszeit) in Alexandria im US-Staat Virginia die Beschwerde der Betroffenen zurück, dass mit der IP-Adresse auch private Informationen über ihren Aufenthaltsort verbunden seien. Eine IP-Adresse sei nicht anders zu bewerten als eine Telefonnummer. Damit bestätigte der Bezirksrichter eine Entscheidung von Bundesrichterin Theresa Buchanan vom März dieses Jahres. Diese befand, mit der Übergabe der Daten würden keinerlei Persönlichkeitsrechte verletzt.

“Zwingendes Interesse”
Der Richter lehnte auch die Forderung der Kläger nach Offenlegung der Anweisung an Twitter zurück. Die Vereinigten Staaten hätten ein „zwingendes Interesse zum Schutz ihrer andauernden Ermittlungen“ und dieses wiege höher als die Interessen der Betroffenen und das öffentliche Interesse, befand O`Grady. Von dieser Offenlegung erhofften sich die Kläger Hinweise darauf, ob auch andere Internet-Unternehmen angewiesen wurden, Daten preiszugeben. Twitter hatte von sich aus seine Mitglieder von der Anweisung der Justiz informiert.

Betroffen von der Anordnung sind neben Jonsdottir auch der US-Programmierer Jacob Appelbaum und der Niederländer Rop Gonggrijp. Alle drei – ebenso wie zahllose weitere Twitter-Nutzer – haben sich vor allem im Herbst vergangenen Jahres über den Wikileaks-Gründer Julian Assange und die Veröffentlichung von internen Memos aus US-Botschaften in aller Welt geäußert. Die US-Regierung versucht seit längerem, gegen Wikileaks vorzugehen, weil sie die Enthüllungen von geheim eingestuften Diplomatendepeschen sowie Militärberichten über die Kriege im Irak und in Afghanistan für illegal hält. In London fürchtet Assange, dass er nach der Anordnung der britischen Justiz zu seiner Ausweisung nach Schweden anschließend in die USA ausgewiesen werden könnte. Die schwedische Justiz ermittelt gegen ihn wegen sexueller Nötigung.

Quelle: futurezone.at

 

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Okt 14 2011

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Domscheit-Berg: “WikiLeaks hat nichts verändert”

Abgelegt unter Allgemein

Interview: „WikiLeaks hat nichts verändert“

Daniel Domscheit-Berg, der ehemalige Sprecher der Enthüllungsplattform WikiLeaks, spricht im futurezone-Interview über sein neues Projekt OpenLeaks, den Hype um Julian Assange und die Hacker von AnonAustria.


Ex-WikiLeaks-Aktivist und Sprecher: Daniel Domscheit-Berg alias “Daniel Schmitt”

Mitten im Trubel rund um WikiLeaks, zwischen der Veröffentlichung des Irak-Videos im April und dem Leak von 250.000 US-Depeschen im November 2010, hat der Deutsche Daniel Domscheit-Berg die Enthüllungs-Plattform verlassen – im Streit. Er und WikiLeaks-Gründer Julian Assange (derzeit im Hausarrest in England) waren sich über Mittel und Ziele von WikiLeaks nicht mehr eins.
Mit seinem neuen Projekt Openleaks.org will es Domscheit-Berg besser machen. Im Rahmen des Weltkongress der Zeitungen, der derzeit in Wien stattfindet, will er Online-Medien davon überzeugen, digitale Postfächer in ihre Webseiten zu integrieren. Über diese sollen Informanten geschützt und anonym brisantes Material an Zeitungen, Organisationen und Initiativen einreichen werden können.

Auf der World Newspaper Week versuchen Sie zu erörtern, welche Lehren Zeitungen aus WikiLeaks ziehen können. Welche sind das?
Ich glaube, dass WikiLeaks in der Zeitungswelt einen neuen Maßstab gesetzt hat. Es gibt jetzt eine technische Möglichkeit, mit der Quellen anonym Informationen an Journalisten weitergeben können. Das erweitert das Spektrum der Kanäle, über die Informationen an Journalisten gelangen können, und im digitalen Zeitalter ist es logisch, dass man diesen Kanal aufdreht. Bei OpenLeaks bekommen wir viele Anfragen, und ich glaube, dass jedes Medium, das investigativ arbeitet, sich so aufstellen wird.

Der KURIER hat etwa AustroLeaks ins Leben gerufen.
Ja, aber wenn man sich die Webseiten von Zeitungen ansieht, sind dort viele andere Dienste wie Google Analytics, Werbe-Systeme, Twitter oder Facebook integriert. Das hat natürlich Implikationen auf Menschen, die über die selbe Webseite anonym Daten einreichen wollen. Das kommt sich in die Quere, weil man als Leser einer Online-Zeitung im Gegensatz zur gedruckten Ausgabe heute überhaupt keine Privatsphäre mehr hat. Im Web weiß nicht nur die Zeitung, welche Artikel ich lese, sondern auch Facebook, Twitter oder Google. Wenn es um Anonymität für Menschen geht, die mit der Zeitung interagieren wollen, ist das natürlich ein Problem.

Was kann OpenLeaks zum Schutz der Privatsphäre der Leser und Quellen beitragen?
Es gibt etwa Sandboxing-Lösungen, mit denen verschiedene ausgeführte Javascripts auf einer Webseite separiert werden können, außerdem gibt es verschiedene andere Workarounds. Da ist aber noch viel Forschung und Detailarbeit notwendig, weil das Technologie ist, die gerade erst entsteht.

Für Online-Zeitungen ist der Like-Button aber sehr verlockend. Laut Facebook-Managern lassen sich damit die Zugriffe von Facebook-Nutzern im Schnitt um 300 Prozent steigern.
Ich würde nicht sagen, dass man alles rausschmeißen muss, aber man sollte sich grundsätzliche Gedanken machen, ob man das alles wirklich braucht und welche Auswirkungen diese Plugins auf die privaten Informationen der Leser haben. Diese Auseinandersetzung findet aber nicht statt, höchsten in den technischen Abteilungen gibt es ein Problembewusstsein. Man muss sich fragen, ob es das dem eigenen Geschäftsmodell entspricht oder dem von Facebook.

Zurück zu OpenLeaks: Wer steckt dahinter?
Wir sind derzeit sechs Leute, die selbst das Projekt finanzieren, und wir werden in Deutschland vorraussichtlich eine gemeinnützige GmbH gründen. Dass nur ich und zwei andere Mitarbeiter, Jan Michael Ihl und Herbert Snorasson aus Island, in der Öffentlichkeit stehen, hat mit dem ganzen Medien-Chaos rund um WikiLeaks zu tun. Die anderen wollen nicht ständig von Medien wegen Interviews belästigt werden.

Ich frage deshalb, weil Sie mir in einem Interview vor mehr als einem Jahr Wikileaks als Bürger-Dienst beschrieben haben, für den 1000 Personen, darunter Anwälte, Menschenrechtler, Journalisten, Techniker und Experten für Handschriften, aber auch „Menschen, die einfach gerne unangenehme Fragen stellen“ aktiv sind und Daten prüfen. Nach der Lektüre Ihres Buches “Inside WikiLeaks” musste ich zum dem Schluss kommen, dass nur fünf Personen tatsächlich mit der Prüfung der Daten betraut waren. Haben Sie da nicht ein Vertrauensproblem?
Ja, natürlich. So ist das, wenn man einmal entscheidet, ehrlich zu sein, und das versuchen wir mit dem OpenLeaks-Projekt. Ich bereue sehr, dass ich für WikiLeaks die Wahrheit gebogen haben. Ich habe damals gesagt, dass wir auf ein Netzwerk von 1000 Personen zurückgreifen können, nur haben wir das nie getan. Das haben wir nie dazu gesagt. Wenn die Welt ein Vertrauensproblem mit mir hat, muss ich daran arbeiten, dass wieder abzuschaffen.

Was macht OpenLeaks anders als WikiLeaks?
Wir stellen nur die technische Infrastruktur bereit, die es einer Quelle erlaubt, anonym Material einreichen zu können. Alles, was die inhaltliche Arbeit, die Auswertung, die Verifizierung und die Veröffentlichung betrifft, überlassen wir unseren Medienpartnern und greifen so auf deren jahrzehntelange Expertise zurück, was das Publizieren betrifft.

Das Besondere an Wikileaks war aber, dass die Daten nicht nur entgegen genommen, sondern auch gesäubert, verifiziert, aufbereitet und publiziert wurden. Das geht bei OpenLeaks verloren.

Das Verarbeiten der Informationen ist ein ungeheurer Aufwand, allein, was fremdsprachiges Material angeht. Oft kommen Daten aus Organisationen, Regierungen, die man gar nicht kennt, die man selbst nicht beurteilen kann. Wenn man die Kontrolle über den ganzen Prozess hat, hat man extrem viel Macht. Das ist bei WikiLeaks negativ aufgefallen, weil niemand diese Macht kontrollieren konnte. Aus meiner Sicht ist es verantwortungsvoller, diese Macht auf viele Schultern zu verteilen, sich Experten ins Boot holt, und so sicherzustellen, das nichts schief gehen kann.

Punkto Experten: Investigative Hightech-Journalisten sind eher die Ausnahme. Wie geben Sie ihr Fachwissen, etwa was die Säuberung von Dokumenten angeht, an Medienpartner weiter?

Unser Projekt ist keine Dienstleistung, von der am Ende alle abhängig sind, sondern so gedacht, dass alle Beteiligten etwas lernen, etwa in Schulungen oder einer offenen Wissens-Datenbank, die wir gerade aufbauen. Jede Zeitung sollte einmal so etwas haben und selbstständig betreiben können.

Stellt OpenLeaks auch Software bereit?
Wir haben einen Mechanismus eingebaut, der alle eingereichten Dokumente von den Metadaten befreit. Wenn Sie heute eine Word-Dtatei erstellen, wird der Urheber, der Zeitpunkt und auch der Ort mitgespeichert. Bei Fotos werden in den EXIF-Dateien Zeit, Typ der Kamera und oft GPS-Koordinaten eingeschrieben. Die Medienpartner bekommen von uns ein standardisiertes, gesäubertes Dokument. Außerdem gibt es Tools für Partner, mit denen etwa Schwärzungen richtig gemacht werden können. Bei WikiLeaks haben wir oft Dokumente bekommen, bei denen falsch gemachte Schwärzungen auf digitalen Dokumenten sehr leicht wieder rückgängig gemacht werden konnten. Da können viele Fehler passieren, wenn man nicht weiß, wie man es macht.

WikiLeaks hatte auch den Vorteil, dass keine staatliche Instanz die Veröffentlichungen verhindern konnte, während Gesetzgeber etwa in Großbritannien über “super injunctions” genau das tun.

Das ist uns natürlich bewusst. Es gibt zum Beispiel auch das Problem, dass dem Chefredakteur ein Thema nicht opportun ist, also Zensur innerhalb eines Mediums. Deswegen ist es bei OpenLeaks so, dass die Quelle bestimmen darf, wie lange ein Medium einen Leak exklusiv hat – etwa vier Wochen. Wenn die Information bis dahin nicht veröffentlicht wurde, bekommt es der nächste unserer Medienpartner. Damit stellen wir das Interesse der Quelle, dass die Informationen ans Licht kommen und nicht gedeckelt werden, sicher.

Es kann also kein Kampf verschiedener Medien entstehen, wer die Story bekommt?
Nein, die Quelle entscheidet, wer es bekommt, nicht Openleaks. Das geschützte Postfach ist ja nicht auf unserer Webseite, sondern in der Webseiten unserer Partner eingebaut. Das heißt, dass der Leaker bewusst zu einem Medium geht. Er kann natürlich auch sagen, dass die Dokumente gar nicht an andere Medien weitergegeben werden. OpenLeaks will gar nicht entscheiden, wer den Leak bekommt, weil es dann wieder politisch wird. Die Quelle weiß ja, dass ein Umweltthema gut bei Greenpeace aufgehoben.

Wie werden die Quellen technisch geschützt?
Technisch betrachtet gibt es niemals 100 Prozent Sicherheit – weder beim Online-Banking noch bei einer Plattform wie OpenLeaks. Wenn man Dokumente hat, an denen Geheimdienste großes Interesse haben, dann sollte man sich überlegen, eine alternative Route zu wählen – außer man ist ein sehr versierter IT-ler. Man darf die Menschen nicht alleine in dem Glauben lassen, dass es da einen super sicheren Mechanisums gibt, bei dem überhaupt nichts schiefgehen kann. Wenn es auf der anderen Seite nicht um geheimdienstlich relevantes Material geht, kann man die Sicherheitslatte sehr hoch legen. Man kann per SSL verschlüsseln, Leaker können den Anonymisierungs-Dienst Tor verwenden, und OpenLeaks kann noch eine zusätzliche Verschlüsselungsebene oben drauf legen. Das ist viel sicherer, als wenn sich jede Zeitung selbst ihr digitales Postfach baut.

Wo landen die eingereichten Daten – auf den Servern von OpenLeaks?
Wir betreiben ein dezentrales Server-Netzwerk und haben im Vergleich zu Wikileaks einen sehr hohen Standard. In den Rechenzentren, in denen wir aktiv sind, sind die Server mit Kameras überwacht. Außerdem halten wir alle unsere Partner dazu an, uns mit Infrastruktur zu untersützen, immerhin sich wir eine Non-Profit-Organisation. Im Idealfall stellt jeder Partner vier Server bereit, die in ihren eigenen Rechenzentren stehen.

Per Gerichtsbeschluss hätte die Exekutive dann aber sowohl auf die Server der Medienpartner als auch die Server der OpenLeaks GmbH in Deutschland Zugriff.
Ja, aber das Netzwerk ist so komplex aufgebaut, dass auf den Servern der Partner selbst keine Daten liegen, sondern diese nur den Durchgangsverkehr abhandeln. Wirklich gespeichert werden die Daten in unserem Backend, und die Daten sind doppelt verschlüsselt.

Wie geht es mit WikiLeaks weiter. Kommen noch größere Leaks?

Ich glaube nicht, dass sich so große Leaks wie bei den US-Depeschen und den Afghanstan- und Irak-Dokumenten wiederholen, das war eine ziemlich einmalige Sache.

Mit welchen Enthüllungen rechnen sie bei OpenLeaks?

Ich hoffe, dass man wegkommt von dem Spektakulären und sich Dingen annimmt, die nicht so groß, aber genauso wichtig sind. Dort, wo Korruption im Kleinen passiert, dort, wo Umweltschweinereien passieren. Dadurch, dass bei OpenLeaks die Quelle sehr genau steuern kann, wer die Informationen bekommt und so näher an Organisationen kommt, die etwas damit anfangen können. Es ist ein Problem, dass die ganze Welt schreit, wie krass und groß das ist, aber den Informationen selbst hat sich ja kaum einer angenommen. Alles geht in diesem Hype unter, und diesen Hype müssen wir loswerden, damit wir uns auf die Fakten konzentrieren können.

Hat WikiLeaks überhaupt etwas bewegt?
Es gab immer viele Schlagzeilen über den Umstand, dass es einen Leak gab, aber kaum jemand hat berichtet, was da drinnen stand. WikiLeaks hat keine reale Konsequenz, hat nichts verändert. Bis auf wenige Ausnahmen gibt es keine Erfolgshistorie mit konkreten Punkten, die verändert wurden. Das Wichtigste, was WikiLeaks geschafft hat, ist, dass Menschen wie mein 87-jähriger Opa, die nichts mit dem Internet zu tun haben, das Wort “Whistleblower” gehört haben. jetzt haben viele gehört, dass es eine Chance gibt, die Gesellschaft besser zu informieren und dass es außerhalb des Denunziantentums etwas gibt, wo der Verrat eines Geheimnisses eine positive Konnotation hat. Ich glaube, dass da gerade ein Wandel stattfindet, und das ist der größte Verdienst von WikiLeaks.

Hat WikiLeaks das Hacker-Kollektiv Anonymous inspiriert?
Ich hatte das erste Mal mit Anonymous 2008 Kontakt, als Anonymous vor allem gegen Scientology gekämpft hat. Das war aus meiner Sicht eine ehrenwerte Sache und ganz wichtig, aber wie das halt so ist mit einem Mob im Internet. Es ist eine undefinierte Gruppe von wahrscheinlich vielen jungen Leuten, und es ist unwahrscheinlich, dass die immer genau das machen, mit dem jeder übereinstimmt. Aber es ist auch ein Ausdruck des Zeitgeistes. Anonymous ist so etwas wie der anonyme Wutbürger im Internet.

Warum ist Anonymous so aktiv in Österreich?
Drei Punkte: Jeder Druck erzeugt Gegendruck, und je stärker der autoritäre Druck in einem Land ist, desto stärker ist der antiautoritäre Druck dagegen. Außerdem ist es ein Zeichen dafür, dass es in Österreich einige technisch sehr fähige Leute gibt, die kreativ und intelligent Dinge mit dem Internet und Technologie machen können. Und drittens ist es ein Zeichen für Zivilcourage, weil es Leute gibt, die bereit sind, für ihre Überzeugung einzustehen, die nicht nur reden, sondern etwas machen – auch wenn es an der Grenze der Legalität stattfindet. Das ist eigentlich etwas, worauf man stolz sein könnte als Österreicher. Es gibt in vielen anderen Ländern viele Leute, die sauer auf die Regierung, auf Ministerien sind, aber die meisten sind zu faul, etwas dagegen zu tun. Denen reicht es, sich zu beschweren.

Quelle: futurezone.at

Siehe auch:
Wikileaks-Sprecher: “Mir bleibt nur der Rückzug”

via Domscheit-Berg: “WikiLeaks hat nichts verändert”.

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Okt 11 2011

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US-Regierung überwacht WikiLeaks-Volontär

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Geheimer Gerichtsbeschluss zwingt Anbieter zur Herausgabe von Daten

Washington (pte020/10.10.2011/13:59) – Die E-Mail-Daten von Jacob Appelbaum interessieren US-Behörden. Mit einer gerichtlichen Anordnung haben sie Google und den Provider Sonic.net http://www.sonic.net gezwungen, Informationen über Appelbaum herauszugeben, wie das Wall Street Journal berichtet. Die Daten wurden unter Geheimhaltung beantragt, obwohl dem ehemaligen WikiLeaks-Volontär momentan nichts vorgeworfen wird. “In Deutschland ist ein solcher Eingriff normalerweise nicht möglich. Die Behörden können sich nur bei begründetem Verdacht im Zuge eines Verfahrens über Brief- und Fernmeldegeheimnis hinwegsetzen”, sagt Strafrechtsanwalt Bernhard Schroer http://www.rechtsanwalt-schroer.de.

Altes Gesetz

Die Behörden haben bei Google und Sonic.net unter anderem Daten über die E-Mail-Korrespondenz und die IP-Adressen der elektronischen Geräte von Appelbaum beantragt. Die gerichtliche Anordnung zur Herausgabe der Daten bezieht sich dabei auf ein Gesetz zur Überwachung privater elektronischer Kommunikation aus dem Jahr 1986. Verschiedene Gruppierungen haben schon öfters versucht, sich für eine Reform des Gesetzes stark zu machen. Jetzt erhält die Debatte neuen Aufwind. Einige Experten sind der Ansicht, dass die Befugnisse, die dieses Gesetz den Behörden einräumt, gegen den in der Verfassung verankerten Schutz vor ungerechtfertigten Durchsuchungen verstößt.

Momentan brauchen die Behörden keinen gerichtlichen Beschluss, um Daten anzufordern. Das Gesetz ist älter als das Internet selbst. Paradoxerweise können US- Behörden den E-Mail-Verkehr weitaus einfacher überwachen als analoge Postsendungen. Wenn der elektronische Briefverkehr einer Person überwacht wird, muss der Betroffene nicht informiert werden. “Wenn im Zuge eines Verfahrens E-Mails überwascht werden, muss der Betroffene nicht informiert werden, da das die Ermittlungen behindern würde”, so Schroer. Google hat bekanntgegeben, dass die Firma im vergangenen Jahr 4.601 Anfragen auf Herausgabe von Daten von der US-Regierung erhalten hat.

Neuer Widerstand

Seit letztem Jahr laufen in den USA Ermittlungen gegen WikiLeaks. Im Zuge der Untersuchung haben die Behörden versucht, Informationen über einige Twitter-Accounts zu erhalten. Auch das Profil von Appelbaum wollten die Ertmittler einsehen. Twitter hat bisher noch keine Informationen preisgegeben. Das Verfahren läuft allerdings noch. Auch Sonic.net hat versucht, die Daten von Appelbaum zu schützen. Die Firma hat zumindest erreicht, dass die Behörden den 28-Jährigen informiert haben.

Quelle: pressetext.com

 

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Sep 22 2011

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Assange-Biographie erscheint “unauthorisiert”

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Assange-Biographie erscheint “unauthorisiert”

 

Nach Disput mit Wikileaks-Gründer

Über den umstrittenen Wikileaks-Gründer Julian Assange soll in den nächsten Tagen eine „unauthorisierte Autobiographie“ erscheinen. Das gab der britische Verlag Canongate Books am Mittwoch bekannt (PDF). Ein Ghostwriter sammelte laut Angaben des Verlages in über 50 Interview-Stunden mit Assange Material über den australischen Aufdecker. Assange kündigte den im Dezember 2010 abgeschlossenen Vertrag mit Canongate jedoch auf. Der Verlag möchte das Produkt nun dennoch auf den Markt bringen. Assange kritisierte die Veröffentlichung und warf dem Verlag Vertragsbruch vor.

Dem Chef der Enthüllungsplattform Wikileaks soll das Vorschuss-Honorar für das Buch – laut der BBC – eine größere sechsstellige Summe britischer Pfund – bereits in dem gegen ihn laufenden Verfahren in Schweden und anderen juristischen Angelegenheiten aufgebraucht haben. Da Assange das Geld nicht zurückzahlen könne, bleibe der Vertrag mit ihm gültig, sagte ein Sprecher des Verlages. Das Buch werde ohne Zustimmung von Assange auf den Markt gebracht. Diese Maßnahme soll verhindern, dass der in Großbritannien unter Hausarrest stehende Assange den Inhalt im Voraus enthülle.

Quelle: futurezone

 

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Sep 15 2011

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Wikileaks: USA machen Druck auf Schweizer Bank

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Wikileaks: USA machen Druck auf Schweizer Bank

 

Zürcher Kantonalbank beendet Iran-Geschäfte auf Zuruf von Übersee

Zürich (pte015/15.09.2011/12:00) – Aus den Depeschen der US-Diplomaten, die Wikileaks veröffentlicht hat, geht hervor, dass die amerikanische Botschaft Druck auf die Zürcher Kantonalbank (ZKB) http://www.zkb.ch ausgeübt hat, um sie zum Rückzug aus dem Irangeschäft zu bewegen. Das berichtet der Tages-Anzeiger. “Dass Botschaften Druck auf Banken ausüben, halte ich nicht für ausgefallen. Jedes Land bedient sich seiner Repräsentanten”, sagt Wolfgang Gerke vom Bayrischen Finanzzentrum http://www.bfz-ev.de .

Reger Kontakt

Die Kantonalbank hat bestätigt, dass sie “im Zusammenhang mit dem Iran-Geschäft bis vor zwei Jahren regelmäßig im Informationsaustausch mit der US-Botschaft in Bern” gestanden hat. Druck von Seiten der USA hat es laut ZKB nicht gegeben. Die Depeschen aus dem Wikileaks-Fundus zeichnen allerdings ein anderes Bild. Die USA haben die Macht, ihre Interessen durchzusetzen. “Die USA sagt: Wenn ihr nicht mitzieht, machen wir euch das Leben in Amerika schwer. Das kann bis zu Steuerprüfungen für Kunden gehen. Auch andere Banken haben das schon erlebt. Am Ende gewinnen meistens die USA”, sagt Erwin Pollex von der Incam AG http://www.incam.com .

Am 19. November 2007 ist der damalige Chef des internationalen Geschäfts der ZKB, Jürg Reichen, nach Bern gefahren, um beim US-amerikanischen Botschafter vorzusprechen. In dem Gespräch hat er den Rückzug der ZKB aus dem Iran-Geschäft bekanntgegeben. Als Grund gab er “Gefahr für das Ansehen der Bank” an. Daraufhin schickte die US-Botschaft in Bern Meldung in die Heimat, dass die ZKB sich “zu 98 Prozent aus dem Iran-Geschäft zurückgezogen hat”. Stutzig macht, dass die ZKB ihr Investment im Iran erst kurz zuvor, nachdem sich die Schweizer Großbanken von dort zurückzogen, verstärkt hatte.

Gutes Verhältnis

Die US-Botschaft war erst über Schweizer Medienberichte auf die Ausweitung der Iran-Geschäfte aufmerksam geworden. Aus den Wikileaks-Depeschen geht hervor, dass der US-Botschafter sich deshalb mit der ZKB in Verbindung gesetzt hat. Der Druck war anscheinend so groß, dass sich die ZKB schon kurz darauf aus dem Gottesstaat zurückzog. Die US-Botschaft in Bern schrieb danach schmeichelhafte Meldungen über die ZKB.

Von einem “konstruktiven Partner” war da die Rede. UBS und Credit Suisse, die sich ja schon zuvor aus dem Iran zurückgezogen hatten, haben ebenfalls immer abgestritten, dass die USA Druck auf sie ausgeübt haben. “Wenn so etwas bekannt wird, entsteht natürlich ein Imageschaden für die Bank. Die Kunden sind dann verunsichert, weil die Bank eigene Interessen verfolgt und nicht die Ihren”, sagt Gerke.

Quelle: pressetext.de

 

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Jul 11 2011

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Experten warnen vor kritischer Lücke in Apples iOS.

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Experten warnen vor kritischer Lücke in Apples iOS.

Entwickler haben einen sogenannten Jailbreak für Apples iOS veröffentlicht und damit eine Sicherheitslücke im mobilen Betriebssystem des kalifornischen Herstellers offenbart. Experten befürchten nun, dass Cyberkrimielle diese Schwachstelle zu ihrem Vorteil nutzen. Millionen Nutzer von iPhone, iPad und Co. könnten davon betroffen sein.

Die Jailbreak- Entwickler veröffentlichten am Mittwoch auf einer Website einen Code, um Apples iOS von werksseitigen Beschränkungen zu befreien und es Nutzern somit zu ermöglichen, auch nicht von Apple autorisierte Anwendungen zu nutzen. Experten zufolge können Cyberkriminelle mit diesem Code aber auch innerhalb von Tagen schädliche Software entwickeln.  Es reiche zum Beispiel aus, ein infiziertes PDF- Dokument einzuschleusen. Wenn der Nutzer dieses öffne, hätten die Hacker kompletten Zugang zu dem Gerät – und könnten beispielsweise Passwörter oder Dokumente entwenden, warnt das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI.

Apple sei sich des Problems bei seiner Software iOS bewusst, sagte eine Sprecherin. Der Konzern arbeite an der Lösung des Problems. Das BSI empfiehlt bis dahin, keine PDFs, E- Mails, Hyperlinks oder Websites aus unsicheren Quellen zu öffnen.

Von den Schwachstellen betroffen sind die Apple- Smartphones iPhone 3GS und iPhone 4, der iPod touch sowie beide iPad- Generatioen bis einschließlich Version 4.3.3.Quelle:onlinekosten.de

via PDF-Lücke bei Apple iOS: Hacker-Scherze drohen.

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Jul 08 2011

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PDF-Lücke bei Apple iOS: Hacker-Scherze drohen

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PDF-Lücke bei iOS: Hacker-Scherze drohen
Apple muss sich erneut mit PDF-Jailbreak herumschlagen

San Francisco/Helsinki/Bonn (pte013/07.07.2011/11:05) – Knapp ein Jahr nach der letzten peinlichen PDF-Panne haben Hacker und Experten erneut eine grobe Sicherheitslücke in Apples iOS ausgemacht. “Technisch scheint das Problem sehr ähnlich zu sein, es ist wieder ein Fehler im Umgang mit PDF-Dateien”, meint Sean Sullivan, Security Advisor bei F-Secure http://www.f-secure.com. Wenngleich er sich skeptisch gibt, was wirkliche Malware-Attacken über die Lücke betrifft, hält er eine andere Form der Angriffe für durchaus realistisch.

“Das politische Klima im Internet hat sich im letzten Jahr sehr verändert. Die neue AntiSec-Bewegung könnte sich sehr für diese Lücke interessieren”, erklärt der Experte. Für Scherz-Hacker nach dem Vorbild der Gruppe LulzSec wäre die Lücke seiner Ansicht nach nämlich attraktiv, um Nutzern durch eigentlich harmlose Veränderungen an ihrem Gerät vor Augen zu führen, dass auch Apples mobiles Betriebssystem keine völlige Sicherheit bietet.

Jailbreak-Wiederkehr

Dazu, dass die neue PDF-Lücke publik wurde, hat die Neuauflage von JailbreakMe http://www.jailbreakme.com stark beigetragen. Die Seite zum Entsperren von Apple-Geräten feiert ein Comeback, nachdem sie Apples iOS-Sicherheit im August 2010 mit einer ähnlichen Lücke bloßgestellt hat. “Damals war ich noch gar nicht so besorgt. Es gab nicht dieses Umfeld von Hackern, die einfach nur etwas beweisen wollen,” meint heute Sullivan. Das hat sich mittlerweile geändert.

Bereits im Vorjahr hat Anonymous durch Angriffe unter anderem auf Seiten der Unterhaltungsindustrie und Wikileaks-Gegner zunehmend Bekanntheit erlangt hat. In den letzten Monaten hat die Gruppe LulzSec http://lulzsecurity.com mit Hacks bei Zielen von Sony über das FBI bis hin zum US-Senat Chaos um des Chaos Willen veranstaltet – und um aufzuzeigen, dass es echte Sicherheit praktisch nicht gibt. Eben dafür wäre die iOS-Lücke laut Sullivan interessant. Mit präparierten PDFs ist es beispielsweise denkbar, das Wallpaper auf einem Gerät durch eine für den User gut sichtbare Apple-Verhöhnung zu ersetzen.

Gefahrenpotenzial

In Deutschland hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) https://www.bsi.bund.de bereits eine Warnung vor der PDF-Lücke herausgegeben, da Angreifer mittels präparierter PDF-Dateien unbemerkt Schadcode auf iPhone 3GS, iPhone 4 oder iPads installieren könnten. “Theoretisch ist die Lücke hochkritisch”, bestätigt Sullivan. Allerdings geht er davon aus, dass man sich im Moment noch mehr Sorgen wegen möglichen Hacker-Scherzen als tatsächlich kriminellen Attacken machen muss.

Noch nicht ganz klar ist, in welchem Ausmaß ältere Modelle von der Lücke betroffen sind. Der JailbreakME-Macher “comex” hat via Twitter eine Unterstützung von iOS 4.2.1 und damit des iPhone 3G in Aussicht gestellt. Funktioniert die Lücke, ist das ein potenzielles Problem. “Apple gibt alte Hardware schließlich auf”, erklärt Sullivan. Da ein iPhone 3G nicht über iOS 4.2.1 aktualisiert werden kann, dürften User kein offizielles Sicherheitsupdate bekommen. Für sie und all jene, die nicht auf ein Apple-Update warten wollen, verspricht ausgerechnet ein Jailbreak Abhilfe – von comex gibt bereits einen Patch für die PDF-Lücke.

Quelle: pressetext.de

 

 

PDF-Lücke bei Apple iOS: Hacker-Scherze drohen.

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