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Mai 14 2013

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USA: “Hass-Landkarte” ortet diffamierende Tweets

Projektgruppe spürt rassistische und homophobe Inhalte auf

New York/Berlin (pte023/13.05.2013/12:08) – Eine Gruppe junger Geografen und IT-Experten hat sich der weniger schönen Seite von Twitter gewidmet und ein Tool entwickelt, das Tweets mit beleidigenden Inhalten in den USA geografisch verortet. Unter dem Namen “Geography of Hate” lassen sich diffamierende Kurznachrichten nach homophoben und rassistische Inhalten, aber auch nach Beleidigungen von Behinderten filtern und geografisch einordnen.

“Das Projekt ist ein gelungenes Beispiel für die Nutzung von Big Data und die damit verbundene Auswertung und Visualisierung großer Datenmengen”, sagt Jörg Eisfeld-Reschke vom Institut für Kommunikation in sozialen Medien ikosom.de. Der Experte geht davon aus, dass in Zukunft immer öfter Projekte dieser Art realisiert werden, da einersteits immer mehr Daten zur Verfügung stehen und andererseits die Instrumente zur Visualisierung immer ausgereifter werden.

150.000 Tweets manuell geprüft

Die Gruppe nennt sich “Floating Sheep” http://floatingsheep.org und hat schon während des Präsidentschaftswahlkampfes mit einem Projekt für Aufmerksamkeit gesorgt. Dabei wurden rassistische Tweets gegen Obama aufgespürt. Die aktuelle “Hass-Landkarte” hat alle beleidigenden Tweets in den USA zwischen Juni 2012 und April 2013 eingefangen.

Dazu zählen unter anderem Kurznachrichten mit den Worten “Homo”, “Nigger”, “Dyke” (Lesbe), “Wetback” (mexikanischer Migrant) und vielen mehr. Studenten der Humboldt State University haben die dementsprechenden Tweets manuell kontrolliert, um aus dem Kontext heraus zu beurteilen, ob der jeweilige Ausdruck auch wirklich als Beleidigung angewandt wurde. Eisfeld-Reschke räumt diesem methodischen Aspekt eine große Bedeutung ein, da man sich dadurch nicht nur auf die automatisierte Auswertung von Algorithmen verlasse.

Soziografische Eigenheiten erkennbar

Die Landkarte beinhaltet insgesamt 150.000 sogenannte “geotagged tweets”. Diese hat die Gruppe in Beziehung gesetzt zu dem Gesamtbestand an abgeschickten Kurznachrichten. Dadurch ergeben sich farbliche Abstufungen und gewissermaßen Epizentren, die durch die Häufigkeit der dortigen kompromittierenden Microblogging-Aktivitäten ins Auge stechen. Die größte absolute Zahl hat Floating Sheep im kalifornischen Orange County ausgemacht. Doch aufgrund der dort sehr großen Bevölkerungsdichte fallen diese in der Relation kaum ins Gewicht.

Die Landkarte gibt einige interessante Aufschlüsse. Beispielsweise sind homophobe Kraftausdrücke insbesondere an der Westküste eine Seltenheit. Nicht zuletzt wird San Francisco immer wieder als Schwulen-Hochburg bezeichnet. Wetback – also die abfällige Bezeichnung für einen mexikanischen Einwanderer – kommt fast ausschließlich in Texas vor. Auffallend ist auch, dass generell rund um den “Bible Belt” und im mittleren Osten besonders oft Tweets mit beleidigendem Inhalt auftauchen.

Quelle: pressetext.com

via USA: “Hass-Landkarte” ortet diffamierende Tweets.

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Nov 08 2012

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Social Media: Betrüger locken durch Instagram-Fake-Accounts mit Gratis-Flügen

Falsche Airline-Accounts bei Instagram haben tausende Fans

Washington (pte002/06.11.2012/06:05) – Betrüger haben vor kurzem damit begonnen, Instagram-Accounts im Namen von Fluggesellschaften zu eröffnen und mit falschen Angeboten für Gratis-Flüge Follower zu sammeln. Unter anderem wurden verschiedene Fake-Profile für Delta Airlines, American Airlines und JetBlue entdeckt, wie Cnet berichtet. Die falschen Profile erfreuen sich großer Beliebtheit. Ein Betrüger-Account im Namen von Delta hat bereits deutlich über 20.000 Follower. Über die Beweggründe der Profil-Fälscher ist bisher nichts bekannt, für die betroffenen Airlines werden die falschen Versprechen bereits zum Problem.

Tickets für Gefolgschaft

Im Gegensatz zu manch anderem sozialen Netzwerk gibt es bei Instagram keine verifizierten Profile, deren Echtheit überprüft wurde. Deshalb kann jeder ein Profil im Namen einer Airline eröffnen. Die meisten bisher bekannten falschen Fluggesellschaften-Profile sind nach dem Muster “Airline_giveaways” benannt. Die Accounts versprechen einer variierenden Anzahl von Usern, die bereit ist, den Accounts zu folgen und das mit ihren Freunden zu teilen, kostenlose Flugtickets. Außer dem Angebot für die Gratis-Reise und einigen Bildern sind die falschen Accounts meist leer.

“Für Unternehmen wären verifizierte Accounts eine gute Lösung. Bis sich das überall durchgesetzt hat, liegt es aber in der Verantwortung der Firmen zu prüfen, was in ihrem Namen bei sozialen Medien passiert. Monitoring ist wichtig. Erkennt ein Unternehmen frühzeitig einen Betrugsversuch, kann das betroffene Netzwerk rechtzeitig informiert werden und entsprechend reagieren. Erreicht ein Fake-Profil viele Menschen, ist der Imageschaden für das soziale Netzwerk meist am größten. Aber auch der Ruf des Unternehmens kann leiden”, erklärt Social-Media-Experte Günter Jaritz (social-media-consulting.at).

Auch eine Kontaktmöglichkeit und Details zum versprochenen Gratis-Ticket fehlen. Deshalb wenden sich die meisten User, die auf die Masche hereinfallen, in Erwartung ihres Gewinns direkt an die Airline. Das wird für die Fluggesellschaften schon langsam zum Problem, da der Andrang enttäuschter Betrogener über sämtliche Kanäle zunimmt. JetBlue hat deshalb bereits bei Twitter klargestellt, dass das Unternehmen gar keinen offiziellen Instagram-Account hat. Auch Instagram selber hat nach Beschwerden bereits einige der falschen Airline-Accounts gelöscht.

Keine Motive beklannt

Weshalb die falschen Profile überhaupt kreiert wurden, ist nicht bekannt. Die Betreiber haben bislang keine Versuche gestartet, ihren unrechtmäßig gewonnene Online-Gefolgschaft zu nutzen. Spam scheint als Beweggrund wegzufallen, da die Betrogenen sonst bereits mit ungewollter Werbung überhäuft worden wären. Es scheint fast als wollten die Initiatoren den Fluggesellschaften lediglich einen Streich spielen. Instagram hat sich bisher nicht offiziell zu den falschen Profilen geäußert. Häufen sich solche Fälle, wird das Unternehmen aber wohl eine Änderung seiner Nutzungsregeln andenken müssen.

“Für Privatpersonen macht eine Verifizierung der Accounts keinen Sinn, sondern schränkt die Freiheit ein”, beschreibt Jaritz die Gratwanderung, die soziale Medien unternehmen müssen. Für Firmen muss eine entsprechende Regelung aber wohl gefunden werden. “Auch die Konkurrenz könnte ein Unternehmen so angreifen”, erklärt Jaritz eine weitere Gefahr des bestehenden Systems.

Quelle: pressetext.com

via Social Media: Betrüger locken durch Instagram-Fake-Accounts mit Gratis-Flügen.

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Sep 18 2012

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Exklusive TV-Premiere: „Add a Friend“ ab 19. September auf TNT Serie HD bei Sky

Abgelegt unter Sky Deutschland (Pay-TV)

• Die erste fiktionale Pay-TV-Eigenproduktion von TNT Serie, dem Seriensender von Turner Broadcasting System Deutschland, am 19. September als exklusive Deutschlandpremiere
• Dramedy-Serie über sechs Menschen und ihr Leben im Social Web, inszeniert von Tobi Baumann, produziert von Quirin Berg und Max Wiedemann (Wiedemann & Berg Television)
• Prominente Besetzung u.a. mit Ken Duken, Friedrich Mücke, Emilia Schüle, Gisela Schneeberger, und vielen anderen

Unterföhring, 18.09.2012 – Am Mittwoch, 19. September, um 20.15 Uhr geht die neue Serie „Add a Friend“ als exklusive Deutschlandpremiere auf TNT Serie und TNT Serie HD bei Sky auf Sendung. „Add a Friend“ wurde von TNT Serie, dem Seriensender von Turner Broadcasting System Deutschland, gemeinsam mit Wiedemann & Berg Television produziert. Die Pay-TV Eigenproduktion mit Ken Duken und Friedrich Mücke in den Hauptrollen besteht aus zehn 25-minütigen Episoden. Die Sender TNT Serie und TNT Serie HD sind über Sky empfangbar, zusätzlich stehen alle Episoden via Sky Anytime völlig flexibel zur Verfügung.

Elke Walthelm, Vice President Partner Channels bei Sky Deutschland: „Mit ‚Add a Friend’ bieten wir unseren Abonnenten eine deutsche Serie, die von unserem langjährigen Partner Turner exklusiv fürs Pay-TV produziert wurde – ein absoluter Mehrwert für die Sky Zuschauer“.
Hannes Heyelmann, Geschäftsführer von Turner Broadcasting System Deutschland, kündigte zudem beim Preview Screening in München die Produktion einer zweiten Staffel der Serie an: „Von den ersten zehn Folgen sind wir so begeistert, dass wir uns dazu entschlossen haben, ‚Add a Friend’ fortzusetzen. Die Dreharbeiten für die zweite Staffel starten noch in diesem Jahr. Die Ausstrahlung erfolgt im 2. Quartal 2013.“

Die Hauptdarsteller Ken Duken und Friedrich Mücke werden am heutigen Dienstag, 18.9., Gäste in der Harald Schmidt Show sein und „Dirty Harry“ exklusiv von den Dreharbeiten berichten. Die Harald Schmidt Show läuft dienstags bis donnerstags um 22.15 Uhr auf Sky Hits und Sky Hits HD sowie um 23.00 Uhr auf Sky Atlantic HD.

Stars in Serie
Regisseur Tobi Baumann (Der Wixxer, Vollidiot, Ladykracher) inszenierte die Serie mit den Schauspielern Ken Duken (Laconia, Zweiohrküken, Inglourious Basterds), Friederike Kempter (Tatort, Vollidiot, Ladykracher), Friedrich Mücke (Russendisko, Friendship!, Mahler auf der Couch), Emilia Schüle (Aschenputtel, Gangs, Freche Mädchen), Gisela Schneeberger (Man spricht deutsh, Eine ganz heiße Nummer), Martin Brambach (Tatort, Barfuß bis zum Hals), Volker Brandt (deutsche Stimme von Michael Douglas, Tatort, Die Schwarzwaldklinik), Dietrich Hollinderbäumer (Pastewka, Der Untergang, Ein Fall für Zwei), Ralph Herforth (Unter anderen Umständen, Knockin’ on Heaven’s Door) und anderen. Das Drehbuch entwickelten TNT Serie und Wiedemann & Berg gemeinsam mit dem Autorenduo Sebastian Wehlings und Christian Lyra. Die gesamte Produktion wurde in den Studios und mit den Dienstleistungen der Bavaria Film GmbH München realisiert.

Über die Serie
In der Pilotfolge liegt der Fotograf Felix (Ken Duken) nach einem Unfall wochenlang, bewegungsunfähig im Krankenhaus. Damit er Kontakt zu seinen Freunden in aller Welt halten kann, schickt ihm sein bester Freund, Investmentbanker Tom, einen Laptop. Eine Einladung zum Klassentreffen weckt plötzlich Erinnerungen an seine Jugendliebe Julia, die er mit all seinem Mut online kontaktiert. Aber auch seinen Eltern, die nach Mallorca ausgewandert sind, kommt er per Webcam-Unterhaltungen wieder näher.

In Add a Friend tauchen die Zuschauer in die Leben von sechs Menschen ein, die nur über Webcam miteinander in Verbindung stehen. Sie kommunizieren über Computer und Social Media und tun all das, was früher nur offline geschah: Sie reden und sie streiten sich, sie verlieben und sie belügen sich, sie suchen und sie finden sich, sie gewinnen und verlieren, sie leben und arbeiten online. In diesem Setting erzählt Add a Friend neue und überraschende Geschichten. Die nächste Wendung ist dabei immer nur einen Mausklick entfernt.

Quelle: Sky

via Exklusive TV-Premiere: „Add a Friend“ ab 19. September auf TNT Serie HD bei Sky.

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Jul 07 2012

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Fake-Namen bei Facebook: Freunde sollen Pseudonyme aufdecken

Vermutet Facebook einen Fake-Namen, fragt die Plattform den Freundeskreis aus, ob der Name der verdächtigten Person tatsächlich stimmt.

Das Online-Netzwerk startete diese Woche (KW 27/12) eine Aktion gegen Nutzer mit Pseudonymen. Facebook hält in seinen AGB genau fest, dass Mitglieder sich mit ihrem echtem Namen registrieren müssen. Dass sich daran nicht alle halten, ist klar – und Facebook ein Dorn im Auge. Um die Lügner zu überführen, wird nun der Freundeskreis ausgefragt, wie Heise berichtet.

Beim Einloggen sahen einige User diese Woche eine Meldung, die sie aufforderte den Namen eines Freundes zu verifizieren. Unter dem Vorwand Facebook verbessern zu wollen und unter Zusicherung von Anonymität, wurde gefragt, ob der Name echt ist. Für die Methode, hinter dem Rücken eines Nutzer Freunde ausfragen, erntete Facebook heftige Kritik. Es ist von “Spitzelnachrichten” die Rede, von einer “Sauerei” durch “Stasibook”.

Quelle: futurezone

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Jun 27 2012

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Internetseite zerrt peinliche Postings ans Licht

Kritik an mangelndem Sicherheitsbewusstsein der Facebook-Nutzer

London (pte028/27.06.2012/12:30) – Der 18-jährige Brite Callum Haywood hat eine Internetseite programmiert, die peinliche Facebook-Postings unvorsichtiger User veröffentlicht, wie CNN berichtet. “We Know What You’re Doing” (WKWYD) http://weknowwhatyouredoing.com durchsucht öffentliche Facebook-Postings nach bestimmten Stichwörtern und stellt die Ergebnisse unter den Kategorien Drogenkonsum, Lästern über den Vorgesetzten, verkatert und Neue Telefonnummer aus. Der Zugriff erfolgt völlig legal über Facebooks Graph-Schnittstelle. Haywood will mit der Aktion erreichen, dass die Menschen sich über die Wichtigkeit der Privatsphäreneinstellungen bewusst werden.

Unliebsame Konsequenzen

Facebook-Nutzer, die ihre Privatsphäreneinstellungen vernachlässigen, können durch WKWYD viel Ärger bekommen. Die Seite durchsucht Facebook Postings gezielt nach Sätzen wie “Ich hasse meinen Boss”. Neben Problemen am Arbeitsplatz können Einträge über Drogenkonsum oder die neue Telefonnummer unangenehme bis strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

“Der Warnzweck wird hier überschritten. Zwar erkennen viele Menschen das Problem erst, wenn ihnen ein Nachteil entsteht, solche Aktionen werden aber nicht gern gesehen. Durch die vielen Einträge und mangelnde Suchfunktion hält sich der Schaden bei WKWYD in Grenzen”, sagt Phillipp Kramer von der Hamburger Datenschutzgesellschaft hamdg.de. Haywood bereut seine Erfindung aber nicht: “Die Menschen, deren Postings zu sehen sind, wissen vermutlich nicht, dass die Einträge von allen gesehen werden können und von Facebook mit Freuden an andere Seiten weitergegeben werden. Es ist nicht mein Fehler, wenn sie entlassen werden, sondern ihrer.”

Auf WKWYD finden Betroffene auch gleich eine Anleitung, wie sie solche Lecks künftig verhindern können. Die Seite, die erst seit Montag dieser Woche online ist, hat in ihren ersten 27 Stunden bereits mehr als 100.000 Unique Visitors verzeichnet. Das Interesse an den potenziell gefährlichen Postings ist also groß. “Leuten einen Vorwurf zu machen, weil sie zu ‘blöd’ für Datenschutz sind, ist nicht richtig. Diese Entwicklung steht erst am Anfang, wir müssen uns darum kümmern, dass ein Bewusstsein für die Problematik entsteht. Die Menschen haben oft keine Lust auf komplizierte Einstellungen”, so Kramer.

Hohe Komplexität

Selbst Menschen, die sich der Gefahren bewusst sind, reagieren oft nicht, weil die Mitgliedschaft in einem sozialen Netzwerk zu wichtig für sie ist. “Sie ärgern sich zwar, aber nicht genug, um eine Alternative zu suchen”, so Kramer. Für eine andere Gruppe sind die Einstellungen einfach verwirrend. “Die Gruppe von Personen, die zwar auf die Technologie angewiesen ist, sich aber aus Desinteresse oder mangelndem Verständnis nicht um die entsprechenden Einstellungen kümmert, ist gefährdet. Hier ist nicht nur Eigenverantwortung, sondern auch der Staat gefordert”, erklärt Kramer.

Dass die Menschen sich über die Risiken bewusst werden, ist aber ein langer Prozess. “Es ist komplexer als bei einer Bankkarte. Es gibt aber bereits Fortschritte, etwa bei der Komplexität der verwendeten Passwörter. Wer Facebook verwendet, muss sich auch mit den Hintergründen befassen”, so Kramer.

Quelle: pressetext.com

via Internetseite zerrt peinliche Postings ans Licht.

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Mrz 19 2012

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Burda kurz vor Übernahme von Xing

Medienkonzern sichert sich weitere 9,58 Prozent

Hamburg (pte012/19.03.2012/12:40) – Der Mediengigant Burda http://hubert-burda-media.de stockt seinen Anteil beim B2B-Netzwerk Xing http://xing.com weiter auf. Dieser liegt momentan bei 29,7 Prozent, der den Konzern zum größten Einzelaktionär des sozialen Netzwerks macht. Wie die Wirtschaftswoche berichtet, hat sich das Unternehmen nun in Form von Optionen weitere 9,58 Prozent bei Xing gesichert.

Umsätze um ein Fünftel gestiegen

Wenn Burda diese Rechte in Anspruch nimmt und dafür weitere 520.000 Aktien kauft, steht der Medienkonzern über der 30-Prozent-Schwelle. Damit würde sich Burda laut dem Übernahmerecht zu einer Übernahmeofferte an die restlichen Aktionäre verpflichten. Der Zukauf würde beim jetzigen Xing-Aktienkurs bei knapp 50 Euro rund 160 Mio. Euro entsprechen.

Die Anfang März vorgelegten Geschäftszahlen von Xing zeigen, dass die Umsätze um ein Fünftel auf 66,2 Mio. Euro geklettert sind. Das Unternehmen ist insgesamt wegen Wertberechtigungen auf Auslandstöchter jedoch in die Verlustzone gerutscht. Xing zahlt dennoch erstmals in seiner Unternehmensgeschichte eine Dividende von 0,56 Euro pro Aktie.

Userzahlen verdoppelt

Xing-Gründer und Vorstandschef Stefan Groß-Selbeck plant eine Verdoppelung seiner Mitgliederzahl in den kommenden Jahren. Momentan befinden sich elf Mio. angemeldete Nutzer auf der Businessplattform. Bei Redaktionsschluss dieser Meldung (12:39 Uhr) notiert die Xing-Aktie mit einem Plus von 5,92 Prozent bei 51,99 Euro.

Quelle: pressetext.com

via Burda kurz vor Übernahme von Xing.

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Jan 22 2012

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VoIP-Dienst Vox.io will Skype ausstechen

In Ljubljana (Laibach) entsteht derzeit ein Web-Dienst, der die Internettelefonie neu erfinden könnte. Das Team um Vox.io-Gründer Tomaž Štolfa will VoIP in die Welt des Social Web bringen und mit frischen Ideen die ausgetretenen Pfade der Branche verlassen.

“VoIP ist eigentlich ein langweiliges Thema, weil wir bei Diensten hängengeblieben sind, die vor zehn Jahren in einem komplett anderen Ökosystem gebaut wurden. Es gab kein YouTube, kein Facebook, kein Twitter, kein LinkedIn. Diese Services haben ein komplett anderes Web geschaffen, und wir glauben, dass man noch viele Innovationen beim Echtzeit-Internet einführen kann.” Wenn der Slowene Tomaž Štolfa, Gründer und CEO des Start-ups Vox.io, über VoIP spricht, wird ein eigentlich altes Thema mit neuem Leben erfüllt. Denn sein Team und er bauen seit August 2010 im slowenischen Ljubljana (Laibach) an einem Konkurrenten für Skype, Jajah oder Toolani, der dem Social Web gerecht werden soll.

Wegwerf-Links für Einmal-Anrufe
Vox.io unterscheidet sich in mehreren Punkten von anderen VoIP-Anbietern wie Skype: Erstens muss der Nutzer keine eigene Software am Computer installieren, alles läuft auf einer Webseite im Browser (für das iPhone gibt es eine App). Zweitens bietet Vox.io verlinkbare Nutzer-Profile (z.B. vox.io/tomaz), die man in E-Mail-Signaturen kopieren oder auf Visitenkarten abdrucken kann, anstatt eine Handynummer angeben zu müssen. Und drittens – und vielleicht am interessantesten – bietet der Web-Dienst so genannte Vox.me-Links: Diese Links, die nur einmal funktionieren, kann man einem Gesprächspartner schicken und sich von diesem anrufen lassen, ohne dass dieser einen Vox.io-Account anlegen muss.

Preiskampf
Weiters gibt es auch die Möglichkeit, Gruppengespräche mit bis zu fünf Teilnehmern durchzuführen, SMS zu versenden oder ausländische Telefonnummern anzurufen. “Eine SMS, egal wohin, kostet 50 Cent”, so Štolfa. “Anrufe in die USA etwa kosten einen Cent pro Minute. Aber eigentlich wollen wir nicht in einen Preiskampf mit der Konkurrenz einsteigen.” Eine Preisliste gibt Aufschluss, was Anrufe in den verschiedensten Ländern der Welt derzeit kosten. Vox.io geht es aber viel mehr darum, auf Basis eines guten Nutzererlebnisses – die ansprechend und übersichtliche Webseite wird dabei wohl helfen – eine zahlungswillige Kundschaft anzulocken. Wichtig bei der Nutzung ist zu wissen, dass Vox.io nicht für Notrufe verwendet werden kann und als VoIP-Anwendung viel Datenverkehr auf Computer bzw. Smartphone verursachen kann.

Online-Inhalte integrieren
“Unsere Vision von Echtzeitkommunikation unterscheidet sich stark von jener traditioneller VoIP-App-Anbieter, weil wir vor allem die Power des Web in die Konversationen bringen wollen”, so Štolfa. So könnte man künftig etwa Online-Inhalte auf der Webseite abbilden, über die auch das Gespräch läuft, etwa ein YouTube-Video, eine Slideshare-Präsentation oder Flickr-Fotos – also viele Inhalte, über die man sich mit dem Gegenüber privat oder geschäftlich unterhalten möchte. Außerdem wolle man auch auf externen Webseiten andocken – ein Anruf-Button, der in Webseiten integriert werden kann, ist da naheliegend.

Bereits Übernahmekandidat?
Nach einem Sieg beim Mini Seedcamp in London und einem dreimonatigen Aufenthalt in San Francisco hat sich Vox.io in Branchenkreisen herumgesprochen. Techcrunch bezeichnet das Start-up aktuell als die möglicherweise nächste Web-Sensation Europas, Insider bezeichnen die kleine Internet-Firma mit derzeit acht Mitarbeitern bereits euphorisch als Übernahme-Kandidat für Google. Štolfa dementiert: “Wir habe derzeit keine Ambitionen, an Google zu verkaufen.”

Quelle: futurezone

via VoIP-Dienst Vox.io will Skype ausstechen.

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Jan 12 2012

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USA überwachen Twitter und Co.

Amerikanische Regierung will umfassend informiert sein

Washington (pte021/12.01.2012/13:58) – Das Ministerium für Innere Sicherheit der Vereinigten Staaten (DHS) http://www.dhs.gov/index.shtm überwacht routinemäßig dutzende von bekannten Webseiten, wie Facebook, Twitter, WikiLeaks, News- aber auch Gossip-Seiten wie Huffington Post und Drudge Report. Dem zugrunde liegt ein Regierungsdokument.

Frage nach der Lage der Nation

Seit November 2010 ist die nationale Einsatzzentrale des DHS zuständig für die regelmäßige Überwachung der öffentlich zugänglichen Foren, Blogs, Social-Media-Webseiten und Nachrichtenplattformen. Der Zweck der Überwachung: Informationen über die neuesten Ereignisse und die derzeitige Lage der Bevölkerung zu sammeln.

Das Regierungsdokument besagt, dass die Überprüfung helfen soll, staatliche Reaktionen auf Vorkommnisse wie das Erdbeben und dessen Folgen in Haiti 2010 oder die Sicherheit und Grenzkontrollen in Bezug auf die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver am besten zu managen.

Decision Makers müssen informiert sein

Ein Mitarbeiter des DHS meint, dass das Monitoring-Programm allein aus dem Zweck entwickelt wurde, damit Beamte der Kommandozentrale regelmäßig in Kontakt mit Internet-Medien stehen. So wird das Ministerium schnell aufmerksam, wenn sich wichtige Ereignisse abspielen, zu denen die Abteilung oder ihre Agenturen dann schnellstmöglich Stellung beziehen müssen.

Das Dokument sagt, dass alle Webseiten, die überwacht werden, öffentlich zugänglich sind und die Daten, die verwendet werden, lediglich dazu genutzt werden, um sich ein genaues Bild von der Lage zu machen sowie “Decision Makers” bestmöglich zu unterstützen.

Aufbewahrung nicht mehr als fünf Jahre

Im Rahmen des Programms werden nach Aussagen eines Mitarbeiters keine permanenten Kopien des überwachten Internet-Verkehrs gemacht. Dennoch gibt es in dem Dokument eine Passage, die besagt, dass Informationen bis zu fünf Jahre behalten werden.

Im Anhang des Regierungsdokuments befindet sich eine fünfseitige Liste mit den zu überwachenden Seiten, unter denen sich auch verschiedene Video- und Foto-Seiten wie Hulu, YouTube und Flickr befinden.

Blogs über Vogelgrippe und Drogenhandel

Zu den gelisteten Homepages gehören zudem soziale Netzwerke. Unter den überprüften Blogs findet sich der ABC News Blog “The Blotter”, Blogs, die sich mit der Vogelgrippe beschäftigen, Blogs die über Aktivitäten entlang der US-Grenzen berichten, oder solche, die den Drogenhandel und die Internetkriminalität abdecken.

Unter den überwachten Blogs findet sich auch Cryptome, welcher als eine der ersten Webseiten über das Monitoring Programm des Ministeriums geschrieben hat. JihadWatch und Informed Comment sind Blogs, die sich mit Fragen im Zusammenhang mit dem Islam durch scharfe politische Prismen auseinandersetzen. Ihnen wird oft Voreingenommenheit vorgeworfen und auch diese Blogs finden sich auf der Liste.

Quelle: pressetext.com

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Nov 22 2011

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Open Graph: Zweiter Frühling für alte Neuigkeiten

Facebook macht Geschichten aus den 90ern wieder populär


Open-Graph-Präsentation: Unvorhersehbare Auswirkungen auf Medienunternehmen

London (pte015/22.11.2011/12:14) – Mit der Einführung von Open Graph will Facebook das Nutzerverhalten erfassen und konsumierte Inhalte automatisch an Freunde weiterleiten. Erste britische und US-amerikanische Zeitungen haben das System für Freiwillige bereits in ihre Internetauftritte integriert. Die Konsequenzen sind unerwartet, wie die Financial Times berichtet: Auf der Internetseite des Independent stehlen Artikel aus den 90ern den aktuellen Nachrichten die Show. “Durch die Eigendynamik, die durch Open Graph entsteht, finden relevante Inhalte immer ihren Weg. Das sind aber nicht immer jene, die Medienunternehmen gerne hätten”, sagt Brandflow-Geschäftsführer Markus Hübner.

Positive Nebenwirkung

Die Artikel, die letzte Woche auf independen.co.uk am häufigsten mit Freunden geteilt und damit auch am meisten gesehen wurden, stammen allesamt aus den späten 90er-Jahren. Geschichten über die Vaterschaft eines Zwölfährigen und die Ehrung von Schottlands hässlichster Frau erfreuten sich trotz ihres Alters hoher Beliebtheit. Auch andere Zeitungsseiten verzeichnen ähnliche Trends. Mögliche Gründe für die wiederauferstandenen Nachrichten sind das Fehlen von Zeitstempeln, die auffälligen Schlagzeilen und der Umstand, dass das Internet nicht vergisst. “Durch das neue Sharing-System kann jeder Inhalt zum Erfolg werden, unabhängig von seiner Herkunft und seinem Alter”, erklärt Hübner.

Das Geschäftsmodell der Medien ist darauf ausgelegt, dass aktuelle Nachrichten das größte Interesse generieren. Facebook hat das Potenzial, diese Rechnung zu durchkreuzen. Allerdings kann der Erfolg von alten Geschichten auch positive Auswirkungen haben. Die Zahl der mindestens ein Mal monatlich aktiven User, die ihre Facebook-Accounts mit dem Independent verknüpft haben, ist in einer Woche von 350.000 auf 810.000 gestiegen. Die neue Funktionalität macht Facebook als Zulieferer für die Medien noch interessanter. Allerdings wird auch das Abhängigkeitsverhältnis intensiviert.

“Das könnte eine Gefahr für die Qualität der Berichterstattung werden. Wenn Facebook zum Online-Äquivalent der TV-Quote wird, steigt die Verlockung für Medien sich nur noch daran zu orientieren”, sagt Hübner. Andrerseits erhöht der egalitäre Charakter des Systems die Chancen für kleinere Medienunternehmen ein großes Publikum anzusprechen. Open Graph ist also auch eine Chance für Medien. “Wenn Medien das System richtig verstanden haben, können sie es gezielt nutzen. Mit Empfehlungssystemen, Strukturierung der Inhalte und weiterführenden Links können Unternehmen, die über genügend Content verfügen, die Userströme bis zu einem gewissen Grad steuern”, so Hübner.

Umstrittenes System

Momentan ist Open Graph noch nicht flächendeckend eingeführt. Der Start wurde schon mehrfach verschoben. Aus den USA sind schon kritische Stimmen zu hören, die vor einer nicht beherrschbaren Flut aus automatisch generierten Inhalten warnen. “Facebook wird noch nachbessern müssen, um zu verhindern, dass die User im Datenmüll ersticken. Sie haben zu sehr auf die App-Entwickler geschaut und zu wenig auf die User. Der Großteil der Anwender ist sich über die Auswirkungen der Neuerungen gar nicht klar. Bevor Open Graph für alle freigeschaltet wird, muss Facebook an diesen Schwachstellen arbeiten, um das Vertrauen der User nicht zu verlieren”, sagt Hübner.

Quelle: pressetext.com

 

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Okt 18 2011

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[Interview] Phil Libin: „Evernote sind deine Freunde egal“

3 Millionen Menschen verwenden Evernote, um im Web und auf Handys Notizen abzulegen. Im Interview spricht der Chef des immer beliebteren Web-Dienstes über die Vorzüge von Papier, den Patriot Act und Mikro-Chips im Gehirn.

Mehr als 13 Millionen Nutzer verwenden heute den Web-Dienst Evernote, um Gedanken, Ideen oder einfach auch die Einkaufsliste digital zu notieren. Wie es sich für ein Silicon-Valley-Start-up gehört (das Hauptquartier im kalifornischen Hauptquartier ist keine 15 Autominuten von Google entfernt), wächst Evernote schnell. In einem Jahr wurde die Gesamt-Userzahl verdreifacht, in der selben Zeit versechsfachten sich die zahlenden Premium-Kunden (3,99 Euro/Monat). Wesentlichen Beitrag zum Aufstieg hat das Gespür der Firma, auf neuen mobilen Geräten wie iPhone und iPad immer untern den ersten Apps zu sein, die verfügbar sind – 70 Prozent der neuen Nutzer stoßen mittlerweile über mobile Anwendungen auf Evernote.

Das Gespür für die mobile Welt kommt nicht von ungefähr. Die Vorgänger-Firma “Paragraph” von Stepan Pachikov entwickelte zwischen 1989 und 1997 in Moskau Schrifterkennungs-Software, die in Apples “Newton” – quasi dem Vorläufer des iPhone – zum Einsatz kam. Noch heute arbeiten Mitglieder das ehemaligen Newton-Teams für die Evernote Corporation, die in Phil Libin einen Security-Experten als Chef gefunden hat. Im Hauptquartier in Mountain View stellte sich Libin den Fragen der futurezone.

Benutzen Sie noch ein Notizbuch, oder hat Evernote das komplett ersetzt?
Phil Libin: Ich benutze regelmäßig eines. In vielen Fällen ist es besser, auf Papier zu schreiben. Man kann Papier nicht wirklich besiegen. Es ist immer noch weit verbreitet, Notizen mit Stift und Papier zu machen.

Evernote gehört mit Dropbox oder Instapaper zu einer neuen Welle an Start-ups, die nicht wie Facebook oder Twitter auf das Social Web setzen, sondern Produktivität zum Ziel haben. Woher kommt die Welle plötzlich?
Als wir gestartet sind (2008, Anm.), haben fast alle anderen Start-ups auf “social” gesetzt. Jeder wollte ein Facebook für irgendetwas werden. Deswegen war es für uns auch schwer, Investment zu bekommen. Wir sagten: Evernote ist antisozial, Evernote sind deine Freunde egal. Es geht um dich und deine Erinnerungen. Risikokapitalgeber aber meinten: Der einzige Weg, viral zu wachsen, ist “social” zu sein. Wir aber haben bewiesen, dass man auch so erfolgreich sein kann.

Erfolg lässt sich in vielerlei Weise messen. In Sachen Premium-Kunden sieht es eher schwächer aus, nur 4,6 Prozent zahlen monatlich für Evernote.
Das ist genug, um ein nachhaltiges Unternehmen zu betreiben. Wir könnten jederzeit profitabel sein, wenn wir aufhören würden, so viele neue Mitarbeiter einzustellen. Das wird oft falsch verstanden. Der Prozentsatz ist nicht wichtig, wichtig ist die absolute Zahl der zahlenden Nutzer. Außerdem übersieht man leicht etwas anderes: Je länger jemand Evernote gratis nutzt (mehr als 12 Mio. Nutzer, Anm.), desto eher ist er bereit, später dafür zu zahlen.

Kürzlich haben Sie die “Evernote Trunk Conference” abgehalten und über die Zukunft der Firma gesprochen. Wo liegt ihre Zukunft?
Die langfristige Vision ist, eine 100-Jahre-Firma aufzubauen. Deswegen denken wir viel über Finanzierung und neue Produkte nach. Zum Beispiel haben wir Skitch (Screenshot-Software, Anm.) aufgekauft und viele neue Features vorgestellt.

Sie werden Evernote also nicht verkaufen?
Unsere Philosophie ist, ein Unternehmen aufzubauen, dass die Menschen noch in Hundert Jahren nutzen. Wir streben keine Übernahme an. Wir tun alles dafür, im Geschäft zu bleiben, denn das ist spannender, als die Firma zu verkaufen und in den Ruhestand zu gehen.

Planen sie nach Skitch weitere Übernahmen? Ein Online-Speicher-Dienst wie Dropbox etwa würde Sinn machen, um Erinnerungsfotos zu speichern.
Also Dropbox ist uns zu teuer. Evernote und Dropbox können gut nebeneinander existieren, und es gibt viele Nutzer, die beides parallel verwenden. Aber Fotos sind ein interessanter Punkt: Wir wollen zwar kein Foto-Dienst wie Flickr sein, aber es passt zu uns, die wichtigsten Erinnerungen eines Lebens zu speichern. Wir planen diesbezüglich weitere Aquisitionen und entwickeln dazu neue Features. Wichtig dabei ist aber, die wichtigen Daten von den unwichtigen zu trennen. Wenn man etwa zu viele Fotos hat, verliert man das Interesse an ihnen.

Punkto neuen Features: Was wird Evernote künftig unterstützen?
Auf der Konferenz hat Touchanote die “Developer Competition” (100.000 Dollar Preisgeld, Anm.) gewonnen. Normalerweise schläfert es Leute ein, wenn man über NFC spricht, aber Touchanote ist spannend. Man kann damit physische Objekte mit einer Notiz verknüpfen, etwa einen Kühlschrank. Immer, wenn man in seine Nähe kommt, öffnet sich die Einkaufsliste in der Evernote-App. Oder man legt die Bedienungsanleitung des Videorekorders in Evernote ab, und wenn man ihn mit dem Handy berührt, öffnet sie sich am Smartphone. Wir arbeiten intensiv daran, leider haben derzeit nur einige Android-Handys NFC-Chips.

Sie haben kürzlich gesagt, dass Evernote ein “vertrauensvolles zweites Gedächntis für alle Erinnerungen” werden soll. Vergangenes Jahr gab es aber Server-Probleme, und 6000 Nutzer verloren Teile ihrer Notizen.
Das stimmt nicht ganz. Es gab eine Serie an Hardware-Ausfällen, und wir haben die Nutzer darüber informiert. Wir konnten fast alle Dateien wieder herstellen. Interessanterweise gehören die Betroffenen heute zu den loyalsten Nutzern, weil sie schätzen, dass wir so offen in dem Fall auf sie zugegangen sind.

Wie werden Sie Ausfälle und Datenverlust in Zukunft verhindern?
Daten, die man bei Evernote eingibt, sind an acht verschiedenen Orten gespeichert, da ist es sehr unwahrscheinlich, dass etwas verloren geht. Die Datenübertragung ist SSL-geschützt, und wir speichern keine Passwörter. In die Datencenter darf nicht einmal ich hinein, sondern nur authorisiertes Personal, weil wir die gleichen Sicherheitsstandards haben wie eine gute Online-Bank.

Wie sieht es mit Online-Werbung aus? Firmen wie Facebook oder Google machen damit viel Umsatz.
Die Daten bleiben deine. Der Nutzer gibt uns nur die Erlaubnis, einige technische Dinge wie Backups oder Indexierung damit zu tun, damit wir den Dienst anbieten können. Wir geben die Daten weder an Partner weiter noch werten wir sie aus. Wir versuchen auch nicht, sie an die Werbung zu verkaufen, weil wir das “creepy” finden. Unser Geschäftsmodell verlangt nicht, Daten zu Geld zu machen.

Was passiert eigentlich, wenn man aufhört, die monatliche Gebühr zu zahlen?

Die Daten sind vollkommen portabel und wir sperren sie nicht ein. Man kann wieder zum Gratis-Account zurückkehren und sie natürlich behalten. Außerdem kann man sich alle seine Daten jederzeit bei Evernote in einer XML-Datei herunterladen und in jedes andere System übertragen. Unsere Philosophie ist: In einem Land, in dem man die Freiheit hat, es zu verlassen, lebt man gerne.

Vor Evernote waren Sie Chef der Security-Firma CoreStreet (heute Actividentity), haben dort aber aufgehört, weil Sie lieber Konsumentenprodukte machen wollten. Das Sicherheitsthema hat Sie bei Evernote aber wieder eingeholt.
Man ist nie ganz aus einer Sache raus, was? Ich und einige aus dem alten Team wissen, wie man sichere Produkte baut und stolpern nicht über die üblichen Fehler. Aber ich bin froh, dass wir in erster Linie nicht als Sicherheitsfachleute gesehen werden, weil das einfach langweilig ist.

Seit einigen Monaten ist viel vom Cyberwar die Rede. Kritiker sagen, dass das lediglich Security-Firmen dient, um ihre Produkte zu verkaufen.
Das liegt in der Natur des Produkts: Wenn man Security-Technologien verkauft, bringt man Leute dazu, über Gefahren nachzudenken und sich zu fürchten. Das ist nicht notwendigerweise falsch, es ist einfach das Geschäftfeld, in dem Security-Firmen tätig sind. Es ist per definitionem ein negatives, pessimistisches Business, und es war schwierig für mich, jeden Tag darüber zu sprechen und damit Menschen zu erschrecken. Wenn man in der Industrie arbeitet und täglich über Bedrohungsszenarien nachdenkt, wirken diese immer realer.

Fürchten Sie einen Cyber-Krieg?
Ich fürchte mich wahrscheinlich heute weniger vor einem Cyberwar als der Durchschnitt. Mir wäre ein Cyber-Krieg lieber als ein Krieg mit biologischen Waffen. Das ist der Preis, den moderne Gesellschaften zahlen müssen, wenn gelegentlich Technologie nicht funktioniert und erst nach ein paar Tagen wieder zur Normalität zurückkehrt.

In Europa ist der “Patriot Act” ein großes Thema, weil er der US-Regierung Zugriff auf Daten europäischer Nutzer gewährt, die US-Dienste verwenden. Das trifft wohl auch auf Evernote zu.
Das betrifft nicht nur die USA, auch in der EU und anderen Staaten gibt es verrückte Gesetze. Jede Regierung versucht, auf irgendeine Weise an Nutzerdaten heranzukommen. Evernote muss sich natürlich an die Gesetze halten. Wenn ein Gericht die Daten eines Nutzers fordert, müssen und werden wir das tun. Aber wir ermöglichen dem Nutzer auch den bestmöglichen Schutz: Bei Evernote kann man Daten verschlüsseln, und selbst wenn die Regierung es von uns verlangt, könnten wir diese Daten nicht entschlüsseln, weil wir den Key nicht kennen.

Evernote bietet auch den “Remember”-Knopf für externe Webseiten an. Der Like-Button von Facebook steht derzeit in der Kritik, Daten von Nichtmitgliedern zu sammeln. Wie funktioniert der Evernote-Button im Vergleich dazu?
Der Remember-Knopf ist in einigen tausend Webseiten integriert. Er sendet keine Informationen, solange man ihn nicht drückt. Um ihn zu nutzen, braucht man einen Evernote-Account, und man kann damit etwa Texte, die mit dem Knopf verknüpft sind, in seinen Account speichern. Es gibt so viele Share-Funktionen im Web, und der Evernote-Knopf ist das Gegenteil davon. Man erzeugt damit nicht mehr Lärm, indem man Content an andere empfiehlt, sondern merkt sich damit Interessantes nur für sich selbst.

Kürzlich hat eine Studie der Columbia University aufgezeigt, dass das Internet unser Erinnerungsvermögen verändert. Wir merken uns nicht die Information selbst, sondern vielmehr den Ort, an der wir sie finden können, lagern Daten also aus. Reflektiert Evernote diesen Wandel?
Viele Leute haben das so interpretiert, dass Google uns dumm macht, aber das ist Unsinn. Das Gehirn veränderte sich durch die Einführung neuer Werkzeuge, etwa beim Rad, dem Hammer oder dem Hebel. Das gilt auch für Google, Facebook und Twitter. Mit Evernote wollen wir ein Werkzeug bereitstellen, mit dem man sich nicht ums Erinnern von Informationen kümmern muss, sondern sich auf andere Dinge konzentrieren kann. Evernote soll so einfach zu bedienen sein wie ein Hammer, aber so weit sind wir noch nicht.

Läuft das auf einen Chip im Gehirn hinaus, an den man Erinnerungen auslagern kann?
Ich wäre der erste, der sich einen Chip ins Gehirn pflanzen lässt. Bei Evernote geht es um konsumentenfreundliche Versionen von Science-Fiction-Ideen. Wir folgen den Untersuchungen von Ray Kurzweil, Gordon Bell oder der Long Now Foundation, die zehn Jahre voraus sind. Wir testen, ob eine Idee 100 Millionen Menschen heute nutzen würden. Ich habe eine Wette mit meinem Vizepräsidenten laufen, dass ich in 20 Jahren Evernote komplett mit meinem Hirn steuern kann.

Was war die bemerkenswerteste Notiz, die bis dato jemals mit Evernote festgehalten wurde?
Einer meiner Freunde, ein japanischer Blogger, hat bei der Geburt seiner Tochter ihren ersten Schrei mit Evernote als Audiodatei festgehalten.

Quelle: futurezone.at

 

via [Interview] Phil Libin: „Evernote sind deine Freunde egal“.

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