Archiv für das Tag 'social community'

Mrz 04 2013

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Facebook: Absturz zur nervigsten Plattform

Belanglose Statusmeldungen und Werbung vergraulen User

Palo Alto/Götzens (pte003/04.03.2013/06:10) – Nachdem zwei bedeutende Journalisten von CNN und dem Wall Street Journal ihren Facebook-Account gekündigt und dies öffentlich verkündet hatten, versucht die Plattform nun verstärkt die jüngeren Nutzer davon zu überzeugen, dass sie dennoch “cool” ist. Gründe für die Verabschiedung der Profile ist einerseits die Sorge um das medial omnipräsente Problem des Datenschutzes. Auch “Sponsored Stories” werden als überaus nervig empfunden. Dadurch, dass beide sehr prominente Medienschaffende in den USA sind, fürchtet das soziale Netzwerk nun um Nachahmer.

Auch Facebooks Produkt-Direktor Blake Ross hat sich vom Medium verabschiedet, da er zu der Erkenntnis gekommen ist, dass das Portal auch für Jugendliche immer unbeliebter wird. Facebook gibt zu, vor allem bei dieser Zielgruppe weniger Reichweite zu erlangen, rechtfertigt sich jedoch mit der Aussage, dass viele junge Nutzer ähnliche Dienste in Anspruch nehmen oder mit Facebook verbinden wie beispielsweise Instagram.

Überladen und unattraktiv

“Facebook ist selbst schuld, dass es an Beliebtheit verliert. Werbung und Marketing steht mittlerweile im Mittelpunkt der Plattform. Zudem stellt das enorme Anwachsen des Freundeskreises und die damit einhergehenden unerwünschten Statusmeldungen ein Problem dar”, erläutert Social-Media-Spezialist Günter Jaritz von social-media-consulting.at.

Das Abschalten solcher Meldungen liege jedoch nicht im Interesse des Portals, wodurch die Einstellungsänderungen überaus kompliziert und schlecht auffindbar sind. “Der erste Trend, der sich verzeichnen lässt, ist das extreme ‘Ausmüllen’ der Freunde oder das generelle Kündigen des Accounts”, so Jaritz. Zudem melden sich zunehmend Unternehmen als klassische Profilseiten an, was grundsätzlich nicht erlaubt ist. Deren Anfragen würden von immer mehr Nutzern als nervig empfunden.

Verlagerung auf mobile Dienste

“Der riesige anfängliche Facebook-Hype hat sich mittlerweile auf ein normales Niveau eingependelt”, sagt der Experte und ergänzt, dass diese Entwicklung absehbar war. Gerade die jüngere Generation würde auf Dienste wie SMS oder WhatsApp zurückgreifen, da auch hier Gruppen gestaltet werden können, Kontroversen und Beschimpfungen jedoch nicht wie bei Facebook üblich sind.

Quelle: pressetext.com

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Jul 07 2012

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Fake-Namen bei Facebook: Freunde sollen Pseudonyme aufdecken

Vermutet Facebook einen Fake-Namen, fragt die Plattform den Freundeskreis aus, ob der Name der verdächtigten Person tatsächlich stimmt.

Das Online-Netzwerk startete diese Woche (KW 27/12) eine Aktion gegen Nutzer mit Pseudonymen. Facebook hält in seinen AGB genau fest, dass Mitglieder sich mit ihrem echtem Namen registrieren müssen. Dass sich daran nicht alle halten, ist klar – und Facebook ein Dorn im Auge. Um die Lügner zu überführen, wird nun der Freundeskreis ausgefragt, wie Heise berichtet.

Beim Einloggen sahen einige User diese Woche eine Meldung, die sie aufforderte den Namen eines Freundes zu verifizieren. Unter dem Vorwand Facebook verbessern zu wollen und unter Zusicherung von Anonymität, wurde gefragt, ob der Name echt ist. Für die Methode, hinter dem Rücken eines Nutzer Freunde ausfragen, erntete Facebook heftige Kritik. Es ist von “Spitzelnachrichten” die Rede, von einer “Sauerei” durch “Stasibook”.

Quelle: futurezone

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Mrz 23 2012

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Facebook: Forscher warnen vor neuartigem Hack

Britische IT-Wissenschaftler haben eine neue Sicherheitslücke in den Privatsphäre-Einstellungen entdeckt, die Angreifern die Möglichkeit gibt, unbemerkt und im großen Stil Nutzerdaten zu stehlen. Dabei werden Fake-Accounts per Deaktivierung unsichtbar gemacht – die Betroffenen können sich nicht gegen den Datenklau wehren.

In einem neuen Forschungsbericht (PDF) weisen die beiden britischen IT-Wissenschaftler Shah Mahmood and Yvo Desmedt vom University College London auf eine bisher unbemerkte Sicherheitslücke bei Facebook hin. Diese könnte es Hackern ermöglichen, unbemerkt an persönliche Daten von Nutzern zu gelangen – mittels so genanntem “Cloaking”.

Die von den Forschern als “Deactivated Friend Attack” getaufte Angriffsart verläuft ihren Beschreibungen zufolge in zwei Stufen. Zuerst verschickt der Angreifer über Fake-Accounts eine Reihe Freundschaftsanfragen an andere Facebook-Nutzer, die diese oft ohne misstrauisch zu werden, bestätigen. In ihrem Versuch konnten Mahmood und Desmedt auf diese Weise etwa 4300 Facebook-Freunde sammeln.

Auf- und Abdrehen
Hat der Angreifer einmal genug solcher Freundschaftsbestätigungen gesammelt, beginnt die zweite Stufe des Angriffs: Der bzw. die Fake-Accounts werden deaktiviert. Damit sind sie nicht gelöscht, sondern nur unsichtbar gemacht, und alle Daten – darunter auch die Freundschaftsliste – bleiben erhalten. Der Effekt: Die Nutzer, die die Freundschaften mit den Fake-Profilen bestätigt haben, sehen den falschen Freund nicht mehr in ihrer Freundesliste und können ihn deswegen auch nicht mehr bei Verdacht aus der Liste löschen.

Dann beginnt der Angreifer mit dem so genannten “Cloaking”: Er reaktiviert den Account für kurze Zeit, bekommt damit als bestehender Facebook-Freund Zugriff auf die Daten der Kontakte und greift diese automatisiert mit einer Software ab. Ist der Datenklau erledigt, wird der Account wieder deaktiviert und damit wieder unsichtbar gemacht. Die Prozedur, so wird gewarnt, könnte etwa in den frühen Morgenstunden durchgeführt werden – also in jener Zeit, in der Facebook-Nutzer am wenigsten aktiv sind und die Rückkehr des Fake-Profils in ihre Freundesliste nicht bemerken.

Im Test der beiden IT-Forscher konnten sie dieses Cloaking über einen Zeitraum von 261 Tagen betreiben und in dieser Zeit alle Freundschaften zu den geköderten Profilen aufrechterhalten. Sie legen Facebook nun nahe, Profile, die oft de- und reaktiviert werden, näher unter die Lupe zu nehmen und gegebenenfalls auch zu sperren.

Facebook ändert Nutzungsbedinungen
Facebook-Nutzer sollten aber nicht nur solchen möglichen Hack-Attacken gewahr sein, sondern sich auch die heute überarbeiteten Nutzungsbedingungen noch einmal zu Gemüte führen. Denn in diesen steht ab sofort etwa Folgendes:

“Deine weitere Nutzung von Facebook nach Änderungen an unseren Bedingungen bedeutet gleichzeitig dein Akzeptieren unserer geänderten Bedingungen.”

Deutsche Datenschützer haben diese Änderung bereits beanstandet, weil sie nicht mit deutschem und europäischem Datenschutzrecht vereinbar sei. Außerdem würde sich Facebook ab sofort vorbehalten, kostenpflichtige Dienste nicht immer als solche kennzeichnen zu müssen – was ebenfalls kritisiert wird.

Quelle: futurezone

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Mrz 19 2012

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Burda kurz vor Übernahme von Xing

Medienkonzern sichert sich weitere 9,58 Prozent

Hamburg (pte012/19.03.2012/12:40) – Der Mediengigant Burda http://hubert-burda-media.de stockt seinen Anteil beim B2B-Netzwerk Xing http://xing.com weiter auf. Dieser liegt momentan bei 29,7 Prozent, der den Konzern zum größten Einzelaktionär des sozialen Netzwerks macht. Wie die Wirtschaftswoche berichtet, hat sich das Unternehmen nun in Form von Optionen weitere 9,58 Prozent bei Xing gesichert.

Umsätze um ein Fünftel gestiegen

Wenn Burda diese Rechte in Anspruch nimmt und dafür weitere 520.000 Aktien kauft, steht der Medienkonzern über der 30-Prozent-Schwelle. Damit würde sich Burda laut dem Übernahmerecht zu einer Übernahmeofferte an die restlichen Aktionäre verpflichten. Der Zukauf würde beim jetzigen Xing-Aktienkurs bei knapp 50 Euro rund 160 Mio. Euro entsprechen.

Die Anfang März vorgelegten Geschäftszahlen von Xing zeigen, dass die Umsätze um ein Fünftel auf 66,2 Mio. Euro geklettert sind. Das Unternehmen ist insgesamt wegen Wertberechtigungen auf Auslandstöchter jedoch in die Verlustzone gerutscht. Xing zahlt dennoch erstmals in seiner Unternehmensgeschichte eine Dividende von 0,56 Euro pro Aktie.

Userzahlen verdoppelt

Xing-Gründer und Vorstandschef Stefan Groß-Selbeck plant eine Verdoppelung seiner Mitgliederzahl in den kommenden Jahren. Momentan befinden sich elf Mio. angemeldete Nutzer auf der Businessplattform. Bei Redaktionsschluss dieser Meldung (12:39 Uhr) notiert die Xing-Aktie mit einem Plus von 5,92 Prozent bei 51,99 Euro.

Quelle: pressetext.com

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Feb 11 2012

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Wütender Vater schießt wg. Facebook-Posting auf Laptop der Tochter

Weil seine rebellische 15-jährige Tochter sich in einem Facebook-Posting lautstark über die Eltern beschwerte, griff ein verärgerter Vater aus North Carolina zu einer besonders außergewöhnlichen Erziehungsmethode.

Internet-Videos über die fragwürdigen Erziehungsmethoden von Vätern entwickeln sich zu wahren Hits in den USA: Vor rund drei Monaten sorgten die Aufnahmen eines auf seine Tochter einprügelnden texanischen Richters für Furore – dieses Mal ist es der Internet-Auftritt eines wütenden Vaters aus North Carolina, der zur Bestrafung seiner rebellischen Tochter deren Computer zusammenschießt.

Wut über Facebook-Posting
In einem achtminütigen Video lässt Tommy Jordan zunächst seiner Wut über einen Facebook-Eintrag seiner Tochter freien Lauf, in dem sich die 15-Jährige in rüdem Ton über ihre täglichen Hausarbeiten beklagt. „Dein Leben ist nicht so hart – aber das wird es jetzt“, sagt er, schwenkt seine Kamera auf einen auf dem Boden liegenden Computer, und fügt hinzu: „Das hier ist Dein Laptop; das hier ist mein Kaliber .45“ – und fängt an zu schießen. Insgesamt neun Mal zielt er auf den Computer, dann schließt er mit den Worten: „Ich hoffe, dir hat dein kleines Fiasko auf Facebook Spaß gemacht“.

Seit Jordan das Video am Mittwoch ins Internetportal YouTube stellte, wurde es bereits über 2,1 Millionen Mal **) angeklickt. Jordans Erziehungsmethoden wurden auf YouTube 36.000 Mal kommentiert, tausende weitere Kommentare erhielt er auf seiner Facebook-Seite. Viele beglückwünschten ihn zu der Strafaktion, doch in einigen Fällen erhielt er auch kritische Kommentare: „Du bist ein Perversling“, schrieb ein Jim Freedom. „Ich hoffe, Du holst Dir Hilfe gegen Deine Wut, bevor Du den Revolver auf jemanden richtest, deine Tochter zum Beispiel.“

Unvorbereitet
Jordan selbst schrieb mittlerweile in seinem Facebook-Account, er sei überwältigt von der großen Aufmerksamkeit, die er mit dem Video hervorgerufen habe. Er wisse nicht, was er damit anfangen soll. “Jetzt wäre der Zeitpunkt, etwas Großes zu sagen, wie zum Beispiel: Drogen sind böse!”, so der US-Amerikaner. Er hingegen sei gar nicht in der Lage, etwas sinnvolles aus der Situation zu machen. “Nie mehr in meinem Leben werde ich so viel Aufmerksamkeit bekommen”, schrieb Jordan.

Für Entsetzen hatte im vergangenen Jahr ein Internet-Video gesorgt, auf dem ein texanischer Richter mindestens 17 Mal mit einem Gürtel auf seine Tochter einschlägt. Die inzwischen 23-Jährige hatte die Szene nach eigenen Angaben sieben Jahre zuvor heimlich aufgenommen und sie nun ins Internet gestellt. Der Mann wurde inzwischen von seinem Amt suspendiert.

Quelle: futurezone 11.02.12, 11:10

**) Neuer Stand: 11,94 Millionen

via Wütender Vater schießt wg. Facebook-Posting auf Laptop der Tochter.

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Nov 22 2011

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Open Graph: Zweiter Frühling für alte Neuigkeiten

Facebook macht Geschichten aus den 90ern wieder populär


Open-Graph-Präsentation: Unvorhersehbare Auswirkungen auf Medienunternehmen

London (pte015/22.11.2011/12:14) – Mit der Einführung von Open Graph will Facebook das Nutzerverhalten erfassen und konsumierte Inhalte automatisch an Freunde weiterleiten. Erste britische und US-amerikanische Zeitungen haben das System für Freiwillige bereits in ihre Internetauftritte integriert. Die Konsequenzen sind unerwartet, wie die Financial Times berichtet: Auf der Internetseite des Independent stehlen Artikel aus den 90ern den aktuellen Nachrichten die Show. “Durch die Eigendynamik, die durch Open Graph entsteht, finden relevante Inhalte immer ihren Weg. Das sind aber nicht immer jene, die Medienunternehmen gerne hätten”, sagt Brandflow-Geschäftsführer Markus Hübner.

Positive Nebenwirkung

Die Artikel, die letzte Woche auf independen.co.uk am häufigsten mit Freunden geteilt und damit auch am meisten gesehen wurden, stammen allesamt aus den späten 90er-Jahren. Geschichten über die Vaterschaft eines Zwölfährigen und die Ehrung von Schottlands hässlichster Frau erfreuten sich trotz ihres Alters hoher Beliebtheit. Auch andere Zeitungsseiten verzeichnen ähnliche Trends. Mögliche Gründe für die wiederauferstandenen Nachrichten sind das Fehlen von Zeitstempeln, die auffälligen Schlagzeilen und der Umstand, dass das Internet nicht vergisst. “Durch das neue Sharing-System kann jeder Inhalt zum Erfolg werden, unabhängig von seiner Herkunft und seinem Alter”, erklärt Hübner.

Das Geschäftsmodell der Medien ist darauf ausgelegt, dass aktuelle Nachrichten das größte Interesse generieren. Facebook hat das Potenzial, diese Rechnung zu durchkreuzen. Allerdings kann der Erfolg von alten Geschichten auch positive Auswirkungen haben. Die Zahl der mindestens ein Mal monatlich aktiven User, die ihre Facebook-Accounts mit dem Independent verknüpft haben, ist in einer Woche von 350.000 auf 810.000 gestiegen. Die neue Funktionalität macht Facebook als Zulieferer für die Medien noch interessanter. Allerdings wird auch das Abhängigkeitsverhältnis intensiviert.

“Das könnte eine Gefahr für die Qualität der Berichterstattung werden. Wenn Facebook zum Online-Äquivalent der TV-Quote wird, steigt die Verlockung für Medien sich nur noch daran zu orientieren”, sagt Hübner. Andrerseits erhöht der egalitäre Charakter des Systems die Chancen für kleinere Medienunternehmen ein großes Publikum anzusprechen. Open Graph ist also auch eine Chance für Medien. “Wenn Medien das System richtig verstanden haben, können sie es gezielt nutzen. Mit Empfehlungssystemen, Strukturierung der Inhalte und weiterführenden Links können Unternehmen, die über genügend Content verfügen, die Userströme bis zu einem gewissen Grad steuern”, so Hübner.

Umstrittenes System

Momentan ist Open Graph noch nicht flächendeckend eingeführt. Der Start wurde schon mehrfach verschoben. Aus den USA sind schon kritische Stimmen zu hören, die vor einer nicht beherrschbaren Flut aus automatisch generierten Inhalten warnen. “Facebook wird noch nachbessern müssen, um zu verhindern, dass die User im Datenmüll ersticken. Sie haben zu sehr auf die App-Entwickler geschaut und zu wenig auf die User. Der Großteil der Anwender ist sich über die Auswirkungen der Neuerungen gar nicht klar. Bevor Open Graph für alle freigeschaltet wird, muss Facebook an diesen Schwachstellen arbeiten, um das Vertrauen der User nicht zu verlieren”, sagt Hübner.

Quelle: pressetext.com

 

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Nov 07 2011

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Facebook löscht Auskunftsformular (2) – „Facebook verarscht uns alle“

Der 24-jährige Jus-Student Max Schrems wurde am Dienstag in Wien bei den österreichischen Big Brother Awards mit dem “Defensor Libertatis”-Preis ausgezeichnet. Schrems hatte mit “Europe vs. Facebook” 22 Anzeigen gegen Facebook eingebracht. Die irische Datenschutzbehörde führt deshalb diese Woche bei Facebook eine Betriebsprüfung durch. Warum Schrems sich diesbezüglich aber keine großen Hoffnungen macht, erzählt er im futurezone-Interview.

Nach einer Serie von Anzeigen, die die Wiener Studentengruppe europe-v-facebook.org bei der irischen Datenschutzbehörde gegen Facebook eingereicht hat, kam es diese Woche bei der irischen Tochtergesellschaft von Facebook zu einer mehrtätigen Betriebsprüfung. Die 22 Anzeigen der Studenten listen zahlreiche Verstöße gegen das Datenschutzrecht auf. So sollen etwa Daten, die von Nutzern gelöscht wurden, trotz gegenteiliger Angaben von Facebook auch weiterhin gespeichert werden.

In Irland wurden die Anzeigen deshalb eingebracht, weil Facebook dort seinen europäischen Hauptsitz hat. Laut den Nutzungsbedingungen von Facebook haben alle User außerhalb der USA und Kanada einen Vertrag mit Facebook Ireland – gleichzeitig wird so auch europäisches Datenschutzrecht anwendbar. Die futurezone traf den Initiator von “Europe versus Facebook”, Max Schrems, bei den Big Brother Awards.

Sie haben den “Defensor Libertatis”, dein einzigen Positiv-Preis, bei den Big Brother Awards gewonnen. Freuen Sie sich darüber?
Ja natürlich. Es ist eine große Ehre für einen kleinen Mann. Aber eigentlich ist es peinlich, dass man für eine derartige Aktion, die ich in erster Linie als Uni-Projekt gesehen habe, etwas kriegt. Ich hätte gerne, dass es ganz normal ist, dass man sich gegen derartige Datenschutzverstöße wehrt.

Sie haben insgesamt 22 Beschwerden gegen Facebook eingebracht. Die irische Datenschutzkommission hat daraufhin eine Betriebsprüfung bei Facebook angekündigt. Wann ist es soweit?
Diese Woche ist bei Facebook in Irland die Betriebsprüfung angesetzt. Diese wird vier bis fünf Tage dauern. Nähere Informationen wurden nicht bekannt gegeben, da die Kommission sonst von Journalisten-Teams bombadiert werden würde.

Was ist von so einer Betriebsprüfung zu erwarten?
Die Betriebsprüfung ist schon zwei Monate vorher angekündigt worden. Das heißt: Facebook wird sich vorbereitet haben und alles Bedenkliche auf die Seite geschoben haben. Das ist ja das Drama, dass da inhaltlich nicht viel rauskommen wird. Die Server stehen sowieso in den USA, die kann man nicht anschauen. Man kann nur in den Büros nachschauen, was die da haben. Aber Irland ist hauptsächlich für den Vertrieb zuständig und eine Postkastenfirma, über die das Unternehmen Steuern spart. Wahrscheinlich wird deshalb nicht wahnsinnig viel rausschauen. Die Kommission will bis zum Jahresende Beweise sammeln.

Sie haben ja all jene Daten, die Facebook über Sie gespeichert hat, angefragt und davon einen Teil bekommen. Der Rest war “Geschäftsgeheimnis”. Ist nach Ihrer Anfrage noch etwas passiert seitens Facebook?
Facebook hat da jetzt total dicht gemacht, das ist relativ ärgerlich. Ich habe damals auf meine Anfrage hin noch 57 Datenkategorien bekommen. Das ist jetzt nicht mehr so. Facebook schreibt den Leuten, die jetzt nach ihren Daten fragen, zurück, dass man sich die Daten online runterladen kann.

In dem Online-Download-Paket stehen aber nur die Sachen, die man auf der Plattform selbst sieht und es sind keine Hintergrunddaten dabei. Während ich noch 57 Datenkategorien bekommen habe, bekommt man bei dem Download-Link nur 22. Facebook schreibt den Leuten aber, dass dies alles sei, was man von ihnen hat. “Wir haben nichts mehr, das wir sonst noch beauskunften müssen.”

Facebook hält also bewusst Informationen und Daten zurück.
Ich hab es schwarz auf weiß, dass es da noch tonnenweise mehr gibt. Sie haben auch mir nicht alle Daten gegeben. Es fehlen genau die Informationen, die heikel sind. So wie etwa die Auskunft über alle Websites, die ich besucht habe, auf denen ein Like-Button drauf ist. “Das haben wir überhaupt nicht, davon haben wir noch nie gehört”, heißt es. Dabei steht es in ihrer Datenschutzrichtlinie, dass sie diese Information speichern.

Den Nutzern, die jetzt – ganz nach ihrem Recht – Daten von Facebook anfordern, schreibt das Netzwerk außerdem zurück, dass es sich nicht an die 40-Tage-Regel hält (Anmerkung: Das wäre die Frist, die es offiziell einzuhalten gilt). Das ist absurd, weil es bedeutet: “Liebe Leute, wir halten uns nicht an das Gesetz, wir sagen es gleich.”

Was kann Facebook im schlimmsten Fall passieren?
Es gibt eine Anzeige – oder in unserem Fall 22 Anzeigen. Danach beschließt die Behörde, ob die Vorwürfe nun stimmen oder nicht, oder ob zumindest Teile davon stimmen und am Ende kriegt Facebook einen Zettel, wo drauf steht: “Wir glauben, ihr verstößt gegen das Recht, bitte ändert das.” Im Prinzip passiert gar nichts. Erst wenn sie sich an diese Aufforderung wieder nicht halten, können sie 100.000 Euro Strafe bekommen. Das ist natürlich für ein Unternehmen wie Facebook praktisch nichts.

Ich vergleiche das gerne mit dem Falschparken. Wenn du falsch parkst und der Parksheriff kommt her und gibt dir einen Zettel, auf dem drauf steht. “Sehr geehrte Frau XX, Sie parken falsch. Bitte parken Sie nächste Woche anders, weil wenn sie noch immer hier parken, müssen sie 2,50 Euro Strafe zahlen.” Da würde sich keiner an irgendwelche Parkverbote halten. Genau das machen wir mit dem Datenschutz.

Kann man Facebook daher eigentlich nur ärgern?
Es ist ein Imageverlust, wenn die irische Datenschutzkommission tatsächlich Datenschutzverstöße feststellt.

Was sind die nächsten Schritte eurerseits?
Abwarten und Tee trinken. Wir haben das Ganze ja nur angestoßen und sind gar nicht Teil des Verfahrens. Das läuft zwischen der irischen Datenschutzkommission und Facebook ab. Je nachdem, was dort passiert, können wir darauf antworten oder nicht. Wenn am Ende gar nichts Sinnvolles rauskommen sollte und die irische Kommission das Ganze nicht ordentlich durchsetzt, ist unser nächster Schritt, dass wir nach Brüssel gehen.

Bei der Kommission in Brüssel kann man ein Vertragsverletzungsverfahren anregen. Das heißt, man schreibt ihnen einen Brief, in dem drin steht, dass wir das Gefühl haben, dass die Iren die Datenschutzrichtlinie nicht ordentlich durchsetzen. Nachdem Frau Reding & Co “ganz heiß” auf Facebook sind kann man damit rechnen, dass sie sich über solche Briefe furchtbar freuen und einen Anlass sehen, etwas zu tun. Das hängt ein wenig über der Irischen Datenschutzkommission und das ist das, was wir ihnen auch schon gesagt haben: Macht eure Arbeit ordentlich.

Was würde die Kommission erreichen können?
Ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Irland einleiten. Dann muss Irland schauen, was es macht. So ein Verfahren dauert dann aber auch fünf oder mehr Jahre, da gibt es Facebook vielleicht gar nicht mehr.

Nutzen Sie Facebook derzeit noch – trotz aller Verstöße?
Ja, ich nutze es eigentlich täglich. Ich find Social Media an sich gut, nur die Firma, die es betreibt, verarscht uns halt alle, missbraucht das Netzwerk. Man darf dabei nicht Social Media generell verhetzen, sondern muss sich an die Firma halten, die Mist baut. Das ist unserer Ansatz.

Was halten Sie von einem offenen Netzwerk wie Diaspora?
Das Problem ist, dass es kein Mensch verwendet. Langfristig wäre es gut, wenn Social Media eine offene Plattform werden würde, bei der man sich den Anbieter aussuchen kann, aber auch mit Leuten kommunzieren kann von einem anderen Anbieter. Das ist derzeit das Drama. Ich hab auf Diaspora drei Freunde und von allen gibt es eine ein Jahr alte Willkommens-Nachricht. Was macht man dort? Das ist wie ein Kaffeekränzchen alleine, das macht nicht viel Spaß. Die Lösung könnte sein, dass man es öffnet und man sich seinen Anbieter auswählen kann und dann mit anderen interagieren kann.

via Facebook löscht Auskunftsformular.

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Nov 07 2011

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Facebook löscht Auskunftsformular

Der Jus-Student Max Schrems stellte seine 1222 PDF-Seiten an Facebook-Daten, die er nach seinem Auskunftsbegehren bekommen hatte, für ein Video zur Verfügung. Das Netzwerk hat am Wochenende das Formular, mit dem es den Nutzern möglich war, ein derartiges Auskunftsbegehren zu erstellen, gelöscht.

Vergangene Woche ist in Irland eine mehrtägige Betriebsprüfung der irischen Datenschutzbehörde bei Facebook abgeschlossen worden. Diese wurde nach einer Serie von Anzeigen eingeleitet, die die Wiener Studentengruppe europe-v-facebook.org rund um Max Schrems bei der irischen Datenschutzbehörde wegen Datenschutzverletzungen gegen Facebook eingereicht hat. Der 24-jährige Jus-Student Schrems zeigte sich im futurezone-Interview (siehe nachfolgendes Posting) nicht gerade optimistisch, dass diese Untersuchung tatsächlich Ergebnisse mit sich bringen würde. Ergebnisse gibt es vorerst tatsächlich noch keine – diese werden erst gegen Jahresende erwartet.

Visualisierung im YouTube-Video
Doch Schrems sitzt in der Zwischenzeit nicht untätig herum, sondern versucht mit seiner Initiative weiter aufzuzeigen, was Facebook mit den Daten seiner Nutzer macht. So hat er nun der taz seine Datensätze, die er nach einem Auskunftsersuchen von Facebook bekommen hat, zur Verfügung gestellt, um diese zu visualisieren. Unter dem Titel “Was Facebook über dich weiß” gibt es nun ein YouTube-Video, das anhand ein paar Datenschnipsel Facebook-Nutzern erklären soll, welche Daten das Netzwerk über jeden einzelnen Nutzer hat. Bei Schrems waren es 1222 PDF-Seiten auf einer CD.

Schrems beklagte bereits im futurezone-Interview, dass das Soziale Netzwerk derzeit “total dicht gemacht” hat und im Moment nur noch eine kleine Auswahl an Daten raus rückt. Statt 57 Datenkategorien gibt es derzeit nur noch 22 über einen Download-Link. Doch dem nicht genug. So hat das US-Unternehmen in der Nacht auf Samstag auch das Online-Formular, welches den Nutzern ermöglicht hat, ihre Daten von Facebook zu verlangen, offline genommen. Die Initiative europe-v-facebook.org bietet nun als Alternative eine Möglichkeit an, damit die Facebook-Nutzer per E-Mail zu ihrem Recht kommen sollen.

Datenzentrum als neues Datenschutz-Fiasko
Während sich die irische Datenschutzkommission mit Facebook beschäftigt, hat das Unternehmen bekannt gegeben, dass es im nordschwedischen Lulea sein erstes Datenzentrum in Europa errichten wird. Durch die Auswahl des Landes könnten sich für Nutzer allerdings weitere Nachteile ergeben. So ermöglicht es ein schwedisches Gesetz, dass die Kommunikation der europäischen Facebook-Nutzer, die die Grenzen Schwedens passiert, durch den Geheimdienst überwacht werden kann. Das bestätigte der Gründer der schwedischen Piratenpartei, Rick Falkvinge, auf unsere Anfrage.

 

Quelle: futurezone.at

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Okt 18 2011

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[Interview] Phil Libin: „Evernote sind deine Freunde egal“

3 Millionen Menschen verwenden Evernote, um im Web und auf Handys Notizen abzulegen. Im Interview spricht der Chef des immer beliebteren Web-Dienstes über die Vorzüge von Papier, den Patriot Act und Mikro-Chips im Gehirn.

Mehr als 13 Millionen Nutzer verwenden heute den Web-Dienst Evernote, um Gedanken, Ideen oder einfach auch die Einkaufsliste digital zu notieren. Wie es sich für ein Silicon-Valley-Start-up gehört (das Hauptquartier im kalifornischen Hauptquartier ist keine 15 Autominuten von Google entfernt), wächst Evernote schnell. In einem Jahr wurde die Gesamt-Userzahl verdreifacht, in der selben Zeit versechsfachten sich die zahlenden Premium-Kunden (3,99 Euro/Monat). Wesentlichen Beitrag zum Aufstieg hat das Gespür der Firma, auf neuen mobilen Geräten wie iPhone und iPad immer untern den ersten Apps zu sein, die verfügbar sind – 70 Prozent der neuen Nutzer stoßen mittlerweile über mobile Anwendungen auf Evernote.

Das Gespür für die mobile Welt kommt nicht von ungefähr. Die Vorgänger-Firma “Paragraph” von Stepan Pachikov entwickelte zwischen 1989 und 1997 in Moskau Schrifterkennungs-Software, die in Apples “Newton” – quasi dem Vorläufer des iPhone – zum Einsatz kam. Noch heute arbeiten Mitglieder das ehemaligen Newton-Teams für die Evernote Corporation, die in Phil Libin einen Security-Experten als Chef gefunden hat. Im Hauptquartier in Mountain View stellte sich Libin den Fragen der futurezone.

Benutzen Sie noch ein Notizbuch, oder hat Evernote das komplett ersetzt?
Phil Libin: Ich benutze regelmäßig eines. In vielen Fällen ist es besser, auf Papier zu schreiben. Man kann Papier nicht wirklich besiegen. Es ist immer noch weit verbreitet, Notizen mit Stift und Papier zu machen.

Evernote gehört mit Dropbox oder Instapaper zu einer neuen Welle an Start-ups, die nicht wie Facebook oder Twitter auf das Social Web setzen, sondern Produktivität zum Ziel haben. Woher kommt die Welle plötzlich?
Als wir gestartet sind (2008, Anm.), haben fast alle anderen Start-ups auf “social” gesetzt. Jeder wollte ein Facebook für irgendetwas werden. Deswegen war es für uns auch schwer, Investment zu bekommen. Wir sagten: Evernote ist antisozial, Evernote sind deine Freunde egal. Es geht um dich und deine Erinnerungen. Risikokapitalgeber aber meinten: Der einzige Weg, viral zu wachsen, ist “social” zu sein. Wir aber haben bewiesen, dass man auch so erfolgreich sein kann.

Erfolg lässt sich in vielerlei Weise messen. In Sachen Premium-Kunden sieht es eher schwächer aus, nur 4,6 Prozent zahlen monatlich für Evernote.
Das ist genug, um ein nachhaltiges Unternehmen zu betreiben. Wir könnten jederzeit profitabel sein, wenn wir aufhören würden, so viele neue Mitarbeiter einzustellen. Das wird oft falsch verstanden. Der Prozentsatz ist nicht wichtig, wichtig ist die absolute Zahl der zahlenden Nutzer. Außerdem übersieht man leicht etwas anderes: Je länger jemand Evernote gratis nutzt (mehr als 12 Mio. Nutzer, Anm.), desto eher ist er bereit, später dafür zu zahlen.

Kürzlich haben Sie die “Evernote Trunk Conference” abgehalten und über die Zukunft der Firma gesprochen. Wo liegt ihre Zukunft?
Die langfristige Vision ist, eine 100-Jahre-Firma aufzubauen. Deswegen denken wir viel über Finanzierung und neue Produkte nach. Zum Beispiel haben wir Skitch (Screenshot-Software, Anm.) aufgekauft und viele neue Features vorgestellt.

Sie werden Evernote also nicht verkaufen?
Unsere Philosophie ist, ein Unternehmen aufzubauen, dass die Menschen noch in Hundert Jahren nutzen. Wir streben keine Übernahme an. Wir tun alles dafür, im Geschäft zu bleiben, denn das ist spannender, als die Firma zu verkaufen und in den Ruhestand zu gehen.

Planen sie nach Skitch weitere Übernahmen? Ein Online-Speicher-Dienst wie Dropbox etwa würde Sinn machen, um Erinnerungsfotos zu speichern.
Also Dropbox ist uns zu teuer. Evernote und Dropbox können gut nebeneinander existieren, und es gibt viele Nutzer, die beides parallel verwenden. Aber Fotos sind ein interessanter Punkt: Wir wollen zwar kein Foto-Dienst wie Flickr sein, aber es passt zu uns, die wichtigsten Erinnerungen eines Lebens zu speichern. Wir planen diesbezüglich weitere Aquisitionen und entwickeln dazu neue Features. Wichtig dabei ist aber, die wichtigen Daten von den unwichtigen zu trennen. Wenn man etwa zu viele Fotos hat, verliert man das Interesse an ihnen.

Punkto neuen Features: Was wird Evernote künftig unterstützen?
Auf der Konferenz hat Touchanote die “Developer Competition” (100.000 Dollar Preisgeld, Anm.) gewonnen. Normalerweise schläfert es Leute ein, wenn man über NFC spricht, aber Touchanote ist spannend. Man kann damit physische Objekte mit einer Notiz verknüpfen, etwa einen Kühlschrank. Immer, wenn man in seine Nähe kommt, öffnet sich die Einkaufsliste in der Evernote-App. Oder man legt die Bedienungsanleitung des Videorekorders in Evernote ab, und wenn man ihn mit dem Handy berührt, öffnet sie sich am Smartphone. Wir arbeiten intensiv daran, leider haben derzeit nur einige Android-Handys NFC-Chips.

Sie haben kürzlich gesagt, dass Evernote ein “vertrauensvolles zweites Gedächntis für alle Erinnerungen” werden soll. Vergangenes Jahr gab es aber Server-Probleme, und 6000 Nutzer verloren Teile ihrer Notizen.
Das stimmt nicht ganz. Es gab eine Serie an Hardware-Ausfällen, und wir haben die Nutzer darüber informiert. Wir konnten fast alle Dateien wieder herstellen. Interessanterweise gehören die Betroffenen heute zu den loyalsten Nutzern, weil sie schätzen, dass wir so offen in dem Fall auf sie zugegangen sind.

Wie werden Sie Ausfälle und Datenverlust in Zukunft verhindern?
Daten, die man bei Evernote eingibt, sind an acht verschiedenen Orten gespeichert, da ist es sehr unwahrscheinlich, dass etwas verloren geht. Die Datenübertragung ist SSL-geschützt, und wir speichern keine Passwörter. In die Datencenter darf nicht einmal ich hinein, sondern nur authorisiertes Personal, weil wir die gleichen Sicherheitsstandards haben wie eine gute Online-Bank.

Wie sieht es mit Online-Werbung aus? Firmen wie Facebook oder Google machen damit viel Umsatz.
Die Daten bleiben deine. Der Nutzer gibt uns nur die Erlaubnis, einige technische Dinge wie Backups oder Indexierung damit zu tun, damit wir den Dienst anbieten können. Wir geben die Daten weder an Partner weiter noch werten wir sie aus. Wir versuchen auch nicht, sie an die Werbung zu verkaufen, weil wir das “creepy” finden. Unser Geschäftsmodell verlangt nicht, Daten zu Geld zu machen.

Was passiert eigentlich, wenn man aufhört, die monatliche Gebühr zu zahlen?

Die Daten sind vollkommen portabel und wir sperren sie nicht ein. Man kann wieder zum Gratis-Account zurückkehren und sie natürlich behalten. Außerdem kann man sich alle seine Daten jederzeit bei Evernote in einer XML-Datei herunterladen und in jedes andere System übertragen. Unsere Philosophie ist: In einem Land, in dem man die Freiheit hat, es zu verlassen, lebt man gerne.

Vor Evernote waren Sie Chef der Security-Firma CoreStreet (heute Actividentity), haben dort aber aufgehört, weil Sie lieber Konsumentenprodukte machen wollten. Das Sicherheitsthema hat Sie bei Evernote aber wieder eingeholt.
Man ist nie ganz aus einer Sache raus, was? Ich und einige aus dem alten Team wissen, wie man sichere Produkte baut und stolpern nicht über die üblichen Fehler. Aber ich bin froh, dass wir in erster Linie nicht als Sicherheitsfachleute gesehen werden, weil das einfach langweilig ist.

Seit einigen Monaten ist viel vom Cyberwar die Rede. Kritiker sagen, dass das lediglich Security-Firmen dient, um ihre Produkte zu verkaufen.
Das liegt in der Natur des Produkts: Wenn man Security-Technologien verkauft, bringt man Leute dazu, über Gefahren nachzudenken und sich zu fürchten. Das ist nicht notwendigerweise falsch, es ist einfach das Geschäftfeld, in dem Security-Firmen tätig sind. Es ist per definitionem ein negatives, pessimistisches Business, und es war schwierig für mich, jeden Tag darüber zu sprechen und damit Menschen zu erschrecken. Wenn man in der Industrie arbeitet und täglich über Bedrohungsszenarien nachdenkt, wirken diese immer realer.

Fürchten Sie einen Cyber-Krieg?
Ich fürchte mich wahrscheinlich heute weniger vor einem Cyberwar als der Durchschnitt. Mir wäre ein Cyber-Krieg lieber als ein Krieg mit biologischen Waffen. Das ist der Preis, den moderne Gesellschaften zahlen müssen, wenn gelegentlich Technologie nicht funktioniert und erst nach ein paar Tagen wieder zur Normalität zurückkehrt.

In Europa ist der “Patriot Act” ein großes Thema, weil er der US-Regierung Zugriff auf Daten europäischer Nutzer gewährt, die US-Dienste verwenden. Das trifft wohl auch auf Evernote zu.
Das betrifft nicht nur die USA, auch in der EU und anderen Staaten gibt es verrückte Gesetze. Jede Regierung versucht, auf irgendeine Weise an Nutzerdaten heranzukommen. Evernote muss sich natürlich an die Gesetze halten. Wenn ein Gericht die Daten eines Nutzers fordert, müssen und werden wir das tun. Aber wir ermöglichen dem Nutzer auch den bestmöglichen Schutz: Bei Evernote kann man Daten verschlüsseln, und selbst wenn die Regierung es von uns verlangt, könnten wir diese Daten nicht entschlüsseln, weil wir den Key nicht kennen.

Evernote bietet auch den “Remember”-Knopf für externe Webseiten an. Der Like-Button von Facebook steht derzeit in der Kritik, Daten von Nichtmitgliedern zu sammeln. Wie funktioniert der Evernote-Button im Vergleich dazu?
Der Remember-Knopf ist in einigen tausend Webseiten integriert. Er sendet keine Informationen, solange man ihn nicht drückt. Um ihn zu nutzen, braucht man einen Evernote-Account, und man kann damit etwa Texte, die mit dem Knopf verknüpft sind, in seinen Account speichern. Es gibt so viele Share-Funktionen im Web, und der Evernote-Knopf ist das Gegenteil davon. Man erzeugt damit nicht mehr Lärm, indem man Content an andere empfiehlt, sondern merkt sich damit Interessantes nur für sich selbst.

Kürzlich hat eine Studie der Columbia University aufgezeigt, dass das Internet unser Erinnerungsvermögen verändert. Wir merken uns nicht die Information selbst, sondern vielmehr den Ort, an der wir sie finden können, lagern Daten also aus. Reflektiert Evernote diesen Wandel?
Viele Leute haben das so interpretiert, dass Google uns dumm macht, aber das ist Unsinn. Das Gehirn veränderte sich durch die Einführung neuer Werkzeuge, etwa beim Rad, dem Hammer oder dem Hebel. Das gilt auch für Google, Facebook und Twitter. Mit Evernote wollen wir ein Werkzeug bereitstellen, mit dem man sich nicht ums Erinnern von Informationen kümmern muss, sondern sich auf andere Dinge konzentrieren kann. Evernote soll so einfach zu bedienen sein wie ein Hammer, aber so weit sind wir noch nicht.

Läuft das auf einen Chip im Gehirn hinaus, an den man Erinnerungen auslagern kann?
Ich wäre der erste, der sich einen Chip ins Gehirn pflanzen lässt. Bei Evernote geht es um konsumentenfreundliche Versionen von Science-Fiction-Ideen. Wir folgen den Untersuchungen von Ray Kurzweil, Gordon Bell oder der Long Now Foundation, die zehn Jahre voraus sind. Wir testen, ob eine Idee 100 Millionen Menschen heute nutzen würden. Ich habe eine Wette mit meinem Vizepräsidenten laufen, dass ich in 20 Jahren Evernote komplett mit meinem Hirn steuern kann.

Was war die bemerkenswerteste Notiz, die bis dato jemals mit Evernote festgehalten wurde?
Einer meiner Freunde, ein japanischer Blogger, hat bei der Geburt seiner Tochter ihren ersten Schrei mit Evernote als Audiodatei festgehalten.

Quelle: futurezone.at

 

via [Interview] Phil Libin: „Evernote sind deine Freunde egal“.

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Okt 18 2011

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Facebook-Fehde: Zuckerbergs Zoff mit Parker

Lautstarke Auseinandersetzung vor Hollywood-Club

Angekommen in der Popkultur sind sie seit dem Blockbuster “The Social Network”. Nun sieht es so aus, als müssten Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und sein früherer Geschäftspartner Sean Parker mit einem Rockstar-Auftritt im wirklichen Leben nachlegen. Wie die New York Post berichtet, kam es Anfang Oktober zu einer Auseinandersetzung zwischen den beiden: Zuckerberg und Parker sollen sich wüst vor einem Club gestritten – und fast geprügelt haben. Auslöser: der Musikdienst Spotify, in den Parker investiert.

Freundschaften, die über Facebook hinausgehen, wollen gebührend gepflegt werden: Erst recht im wirklichen Leben. Das müssen sich Mark Zuckerberg und Sean Parker gedacht haben, als sie Anfang des Monats in den Hollywood-Trendclub “The Beverly” zogen, um dort weitere Details zur Integration des Musikdienstes Spotify zu besprechen, in den Parker investiert.

Und das natürlich im angemessenen, großen Stil: “Viel Geld” sei für Alkohol geflossen, berichtet eine Quelle in der New York Post. Parker und Zuckerberg hatten zunächst den Facebook-Start von Spotify feiern wollen, wären dann bei der Detailbesprechung bei Drinks aneinander geraten.

“Sie haben sich angebrüllt und waren kurz davor, aufeinander loszugehen”

Spotify-Nutzer, die den Streaming-Dienst via Facebook nutzen wollen, sollten nicht gezwungen werden, sich beim weltgrößten Social Network zu registrieren, hielt der frühere Napster-Mitbegründer Zuckerberg vor. Der wollte nach Angaben der amerikanischen Boulevard-Zeitung davon jedoch offenbar nichts wissen. Die Diskussion wurde erhitzter. Dann wurde es vor dem Club laut. “Sie haben sich angebrüllt und waren kurz davor, aufeinander loszugehen. Dann sind in entgegengesetzte Richtungen davongestürmt”, berichtet die New York Post

Ein Augenzeuge wird ebenfalls mit den denkwürdigen Worten zitiert: “Sean kann heftig reagieren und sehr laut werden. Die beiden haben in der Vergangenheit viel erlebt. Sie führen leidenschaftliche Diskussion und haben ihre Meinung.”

Gut zu wissen, dass Parker bei aller Streitlust nicht vergessen hat, eine andere Rechnung zu begleichen: Offenbar handelt es sich bei dem Partygelage in “The Beverly” um jenen Abend, bei dem der 31-Jährige großzügig 5000 Dollar Trinkgeld verteilt hatte.

Quelle: Nils Jacobsen/meedia.de

 

via Facebook-Fehde: Zuckerbergs Zoff mit Parker.

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