Archiv für das Tag 'olympische spiele'

Aug 20 2012

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Olympia-Bilanz: ARD und ZDF stellen sich Top-Zeugnis aus

ARD und ZDF haben am Wochenende ihr persönliches Fazit der Olympischen Sommerspiele gezogen. Bezüglich der eigenen Berichterstattung haben sich beide Sender ein hervorragendes Zeugnis ausgestellt.

Lutz Marmor, Intendant des innerhalb der ARD federführenden NDR, zog eine “rundum positive Bilanz”. Es sei “dem ARD-Team gelungen, die ganz besondere olympische Atmosphäre von London nach Deutschland zu bringen. Reporter und Moderatoren, aber auch Produktion und Technik haben sich topfit und präsent gezeigt – an den spektakulären Wettkampfstätten genau wie im Olympia-Studio. Dazu kamen die außergewöhnlichen, medaillenreifen Bilder der BBC.”

Die täglich zwischen 9.45 Uhr und 1.00 Uhr ausgestrahlte ARD-Sendung “Olympia Live” verfolgten im Schnitt 3,33 Millionen Zuschauer bei einem Marktanteil von 23,7 Prozent. “Besonders erfreulich ist die gute Resonanz auch bei den jüngeren Zuschauern”, so Marmor. “Es wäre ein schöner Nebeneffekt, wenn möglichst viele Jugendliche und junge Erwachsene durch unsere Olympia-Übertragungen ‘ihre’ Sportart entdeckt haben und selbst sportlich aktiv werden.” Den ARD-Spitzenwert gab es an diesem Freitagabend (10. August) mit 9,61 Millionen Zuschauern bei der Leichtathletik.

Noch bessere Quoten erzielte insgesamt das ZDF: Der Zuschauerschnitt lag bei 3,59 Millionen, der durchschnittliche Marktanteil bei 24,9 Prozent. “Die Vielfalt der olympischen Disziplinen zeigen, sie kundig kommentieren und dabei die olympischen Emotionen transportieren – das ist unserem Team in London gelungen”, bilanziert ZDF-Chefredakteur Peter Frey.

Ungeachtet der guten Quoten kam in den vergangenen Tagen viel Kritik am öffentlich-rechtlichen Gesamtkonzept auf, das im schnellen Informationszeitalter zunehmend antiquiert zu wirken scheint. Viele relevante Entscheidungen waren in den Hauptprogrammen nur in Aufzeichnungen zu sehen. Die Moderatoren und Reporter erweckten bisweilen dennoch den Eindruck, sie würden Live-Bilder kommentieren. Den Vorwurf fehlender Transparenz handelten sich beide Sender durch ihren Verzicht auf die klare Kennzeichnung von Live-Bildern und Aufzeichnungen ein. Die ausführliche Live-Berichterstattung, für die vor vier Jahren in Peking noch die Digitalsender genutzt worden sind, wurde ins Internet verlagert.

Den hohen Zuspruch auf die bis zu sechs Livestreams im Netz werten die Sender auch als Zustimmung zu ihrem Gesamtkonzept. Allein die ARD-Streams wurden mehr als 27,4 Millionen Mal genutzt. “Die Entscheidung, von den Digitalkanälen auf Livestreams im Internet zu setzen, hat nicht nur Geld gespart, sie kam auch beim besonders sportinteressierten Publikum gut an. Trotz des Ansturms der User, den wir so nicht erwartet hatten, hat sich unser System als weitgehend stabil erwiesen. Das alles ermutigt uns, diesen Weg auch in Zukunft weiter zu beschreiten”, bilanziert ARD-Teamchef Walter Johannsen. Auch beim ZDF spricht man von einer unerwartet starken Akzeptanz des Online-Angebots.

Bestätigt sehen sich ARD und ZDF auch durch eine beim IFAK-Institut in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage des IFAK-Instituts. Derzufolge gaben 73 Prozent der befragten Olympiazuschauer den beiden Sendern die Bestnoten “sehr gut” oder “gut”. Besonders gelobt wurden nach ZDF-Angaben die “tollen Bilder von den Wettkämpfen” (96 Prozent), die als “gut und professionell” empfundene Machart der Übertragungen (93 Prozent) sowie die Ausstrahlung der Moderatoren und Kommentatoren (92 Prozent).

Quelle: Michael Brandes/wunschliste

via Olympia-Bilanz: ARD und ZDF stellen sich Top-Zeugnis aus.

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Mai 16 2012

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Pure Provokation: ARD und ZDF verlieren jedes Maß bei angekündigter Online-Olympiaberichterstattung

Berlin, 15.05.2012 – Als medienrechtlich wie medienpolitisch äußerst fragwürdig hat der Verband Privater Rundfunk und Telemedien e. V. (VPRT) die von ARD und ZDF im Wechsel geplante Onlineberichterstattung zu den Olympischen Spielen kritisiert. Die Rundfunkanstalten hatten vergangene Woche angekündigt, nicht nur in ihren Hauptprogrammen und auf den zugehörigen Internetplattformen, sondern darüber hinaus in bis zu sechs parallelen Livestreams rund 900 Stunden über Olympia im Internet berichten zu wollen.

VPRT-Präsident Jürgen Doetz kommentierte die Ankündigung: “Die Pläne von ARD und ZDF zeigen erneut, mit welcher Maßlosigkeit die Anstalten ihren Sportinformations- und Telemedienauftrag interpretieren. Als digitales Überlaufbecken fungieren jetzt nicht mehr wie in der Vergangenheit die Digitalkanäle. Stattdessen werden einfach neue Angebote bzw. Programme im Internet lanciert. Hier kann es nicht einfach heißen: ‘London Calling’. Vielmehr ist das Vorhaben von ARD und ZDF eine pure Provokation der Rechtsaufsicht.” Zum einen stellt sich die Frage nach einer (wenn auch nur temporären) Überschreitung der zulässigen Anzahl von Fernsehprogrammen, sofern die kommentierten Olympia-Spartenkanäle bei linearer Ausstrahlung die Kriterien eines Rundfunkprogramms erfüllen. Zum anderen haben die sechs ausschließlich im Internet zu verbreitenden Web-Channels keinen eigenen Drei-Stufen-Test durchlaufen. Nach Auffassung der privaten Fernsehveranstalter können die auf Basis der zurückliegenden Drei-Stufen-Tests verabschiedeten Telemedienkonzepte das neue Sportangebot im vorgesehenen Umfang von 900 Stunden nicht ohne Weiteres legitimieren. Hierin wird lediglich pauschal erwähnt, dass auf sportschau.de und sport.zdf.de Live-Streams und Video-on-Demand-Angebote zu Sportereignissen angeboten werden können. Zudem sind Abrufangebote der Anstalten zu Großereignissen wie Olympia klar auf 24 Stunden beschränkt. Die angekündigte Bereitstellung von Highlight-Videos auch Tage später auf sportschau.de/olympia oder sport.zdf.de verträgt sich damit nicht. Die gesamte Diskussion zu den Drei-Stufen-Tests der letzten Jahre und der damit verbundene medienpolitische Gestaltungswille würden konterkariert, wenn die Medienpolitik ARD und ZDF jetzt dieses neuerliche Onlinevorhaben ungeprüft durchgehen lassen würde. Damit wäre die Ineffizienz des Drei-Stufen-Tests ein weiteres Mal untermauert, so VPRT-Präsident Jürgen Doetz.

“Zumindest in einem Punkt hat die Ankündigung ein wenig Aufschluss gegeben, nämlich bei den Kosten. Nun ist für jeden nachvollziehbar, warum trotz der Reduzierung des Personalaufwandes von 700 auf 480 Mitarbeiter im Vergleich zu den letzten Olympischen Spielen diese 2012 trotzdem wieder mit je 10 Millionen Euro bei ARD und ZDF zu Buche schlagen: Die bei den Personalkosten erzielten Einsparungen scheinen nunmehr in die Produktions- und Technikkosten für neue Angebote zu fließen.”

Über den VPRT:
Der VPRT ist die Interessenvertretung der privaten Rundfunk- und Telemedienunternehmen. Mit ihren TV-, Radio-, Online- und Mobileangeboten bereichern seine rund 140 Mitglieder Deutschlands Medienlandschaft durch Vielfalt, Kreativität und Innovation. Damit das auch in der digitalen Welt so bleibt, müssen die regulatorischen, technologischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen. Als Wirtschaftsverband unterstützen wir unsere Unternehmen im Dialog mit Politik und Marktpartnern beim Erreichen dieses Ziels – national und auf EU-Ebene.

Quelle: vprt.de

via Pure Provokation: ARD und ZDF verlieren jedes Maß bei angekündigter Online-Olympiaberichterstattung.

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