FC Bayern setzt Sky unter Druck – mehr TV-Gelder gefordert

Karl-Heinz Rummenigge hat für die Fußball- Bundesliga erneut deutlich höhere Fernsehgelder gefordert. “Unser Ziel muss sein, dass die TV-Einnahmen mittelfristig verdoppelt werden”, sagte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München in einem Interview der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”

Es könne nicht sein, dass “die Italiener, die wir gerade im UEFA- Ranking überholt haben, mehr als doppelt so viel einnehmen wie wir”, sagte Rummenigge. “Die Forderung der Bundesliga an die DFL kann nur lauten: Jeder muss mehr bekommen, alle 36 Clubs, erste wie zweite Liga.”

Aktuell kassieren die Profivereine in den höchsten beiden deutschen Ligen laut Rummenigge rund 420 Millionen Euro, Italien habe fast eine Milliarde an TV-Einnahmen. Das Fernsehgeld müsse “mit Kreativität extrem gesteigert werden”, betonte er. Mit der Forderung setzt der ehemalige Fußballer vor allem den Pay-TV-Anbieter Sky unter Druck, der mit Abstand größte Zahler der Bundesliga.

In Gesprächen mit dem Bundeskartellamt soll derzeit geklärt werden, ob es für
oder gegen den Wettbewerb spricht, wenn die ARD-”Sportschau” ihre
Zusammenfassung der Spiele erst nach 20.00 Uhr senden darf. Das wiederum eröffnet mehr Exklusivität für Sky oder andere Anbieter wie die Telekom und ihren Kanal Liga total!

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Fußball-Liga (DFL), Christian Seifert, hatte Forderungen von Rummennigge bereits Ende Dezember zurückgewiesen: “Wir müssen realistisch bleiben. Die Marktbedingungen in Deutschland sind völlig andere als in England. Dort hat der Pay-TV-Partner fast zehn Millionen Kunden, macht sechs Milliarden Euro Umsatz und rund eine Milliarde Gewinn. Zum Vergleich: Unser Pay-TV-Partner Sky macht derzeit weniger als eine Milliarde Euro Umsatz. Deshalb kann momentan keiner davon ausgehen, dass Sky sein Angebot verdoppelt”, sagte Seifert damals.

Veränderung des Lizenzverfahrens

Vor dem Hintergrund der neuen “Financial Fairplay”-Regeln der UEFA forderte Rummenigge die Deutsche Fußball Liga (DFL) zu einer Veränderung ihres Lizenzverfahrens auf. Die DFL erteilt bislang die Lizenz bei Nachweis ausreichender Liquidität eines Vereins, die Spielerlaubnis der Europäischen Fußball-Union basiert künftig auf “Break Even”: Es darf nicht mehr ausgegeben als eingenommen werden. “Es ist eine tiefgreifende Veränderung, die Bundesligavereine jetzt in Kalkül ziehen müssen”, erklärte Rummenigge in dem Interview.

Für den deutschen Rekordmeister sieht der Vorstandsvorsitzende keine Probleme. “Wir sind neben Arsenal der einzige Topclub in Europa, der in den letzten Jahren immer schwarze Zahlen geschrieben hat. Bayern München muss sich nicht umstellen”, sagte Rummenigge.

Quelle: sat+kabel 24.01.2011