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Mrz 07 2013

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Amazon & Co.: Pornowelle erfasst E-Book-Shops

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Suche bei Amazon & Co. liefert hunderte einschlägige Inhalte

Seattle (pte015/06.03.2013/11:15) – Online-Shops für E-Books haben mit einem zunehmenden Pornografie-Problem zu kämpfen. Obwohl Anbieter wie Amazon, Apple oder Barnes & Noble sich eigenen Angaben zufolge vehement darum bemühen, ihre digitalen Vertriebsplattformen für elektronische Bücher von jeglichem “Schund und Schmutz” freizuhalten, zeigt sich in der Praxis ein deutlich anderes Bild. Wie eine aktuelle Analyse des Branchenportals Cnet aufdeckt, können User bei einigen der Firmen gleich mehrere hundert einschlägige Inhalte abrufen und per Mausklick für relativ wenig Geld auf ihren E-Reader laden.

“Wir haben Prozesse und Systeme etabliert, um E-Books aufzuspüren und zu entfernen, die nicht ausdrücklich unseren Content-Guidelines entsprechen”, erklärt Amazon als Reaktion auf den kürzlich veröffentlichten Cnet-Bericht. Konkret setze man vor allem auf eine spezielle Filtersoftware, die das komplette Video- und Bildmaterial des Online-Händlers nach ungeeigneten Inhalten durchforstet und bei einem Verstoß von der Plattform löscht. In einigen Fällen werde zudem auch eine händische Durchsicht und Kontrolle vorgenommen. “Auf diese Weise konnten wir bereits tausende solcher Inhalte entfernen”; betont der US-Konzern. “Wir sind aber darum bemüht, unseren Ansatz kontinuierlich zu verbessern”, heißt es weiter.

Direct Publishing als Problem

Im Fall von Amazon machen die Experten von Cnet in erster Linie den alternativen Vertriebsweg, der bei “Kindle Direct Publishing” (KDP) https://kdp.amazon.com angeboten wird, für die wachsende Porno-Misere verantwortlich. Dort, wo es Autoren möglich ist, ihre Bücher auch ohne Vertrag in digitaler Form zu veröffentlichen, sei es Nutzern ein Leichtes, ihre schmuddeligen Werke unter das Volk zu bringen, so das nüchterne Urteil nach Auswertung der Analyseergebnisse. Ähnlich gelagert sei die Problematik auch beim Buchhandelsriesen Barnes & Noble: Eine Suche nach den Wörtern “adult picture book” fördert im dortigen Nook-Store eine Liste mit hunderten von E-Books mit eindeutigen Erwachseneninhalten zu Tage, die über das firmeneigene “PubIt!”-System veröffentlicht worden sind.

Etwas besser stellt sich die Sachlage offenbar beim iPad-Hersteller Apple dar, der für sein besonders strenges Vorgehen in Bezug auf Sex-Zensur innerhalb seiner digitalen Angebote bekannt ist. Beim IT-Konzern aus Cupertino gebe es zwar auch ein alternatives Vertriebsmodell, im Vergleich zur Konkurrenz sei das eingesetzte System für Selbst-Veröffentlichungen aber wesentlich komplizierter und aufwendiger, urteilen die Cnet-Experten. User, die auf diesem Weg ein E-Book anbieten wollen, müssten etwa einen langwierigen Bewerbungsprozess durchlaufen.

Frühere Spam-Kritik

Dass alternative Vertriebswege wie Kindle Direct Publishing für ihre Anbieter nicht unproblematisch sein können, hat Amazon bereits des Öfteren am eigenen Leib erfahren müssen. Schon im Sommer 2011 hatten sich beispielsweise viele Kunden darüber beschwert, dass der Kindle-Shop zunehmend mit Spam zugemüllt wird. Auch in diesem Fall soll das KDP-Programm von verschiedenen Autoren missbraucht worden sein, um durch den Verkauf minderwertigen Materials schnell an Geld heranzukommen.

Quelle: pressetext.com

via Amazon & Co.: Pornowelle erfasst E-Book-Shops.

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Sep 27 2012

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Barnes & Noble: Nook HD als Tablet-Kampfansage

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Neue Geräte des Buchhändlers mit starkem Display und Billig-Preis


NOOK HD


NOOK HD+

New York (pte013/26.09.2012/11:15) – Die Buchhandelskette Barnes & Noble hat die neueste Generation seiner Tablets, das Sieben-Zoll-Modell Nook HD und den Nook HD+ im Neun-Zoll-Format, vorgestellt. Die leichtgewichtigen Android-Geräte konnten US-Medienvertreter bei der Präsentation beeindrucken, insbesondere durch gute Displays – der Siebenzöller bietet für seine Größenklasse eine Rekordauflösung. Auch der Preis kann sich sehen lassen. Denn in diesem Punkt sind die neuen Nooks eine echte Kampfansage an den wohl direktesten Konkurrenten, Amazons Fire-HD-Modelle.

Leicht und lesbar

Barnes & Noble hat bei den neuen Tablets sichtlich auf technische Werte geachtet. So bietet das Nook HD eine Auflösung von 1.440 mal 900 Pixel und eine Pixeldichte von 243 DPI. Das sticht die gängigen 1.280 mal 800 Pixel, die etwa Amazons Fire HD bietet, aus, und ist aktuell der Bestwert im Bereich der Sieben-Zoll-Tablets. Das größere Nook HD+ indes kann zwar mit dem Retina-Display des iPad nicht konkurrieren, bietet aber wie viele andere Neun- oder Zehn-Zoll-Tablets Full HD mit 1.920 mal 1.200 Pixel. In Sachen sinnvoller Betrachtungswinkel scheinen die Geräte wenigstens gleichauf mit den jeweiligen Amazon-Konkurrenten, vermerkt Cnet.

Als Prozessor nutzen die Nooks einen Texas Instruments OMAP 4470 mit 1,3 (Nook HD) bzw 1,5 (Nook HD+) Gigahertz-Taktung, was etwas mehr Leistung als bei den Amazon-Geräten verspricht. Zudem sind beide Modelle vergleichsweise leicht für ihre Größenklasse – das Nook HD wiegt rund ein Fünftel weniger als das Fire HD. Die Nooks punkten auch mit einem microSD-Kartenslot, der freilich auch nötig ist, denn die interne Speicherkapazität fällt halb so groß aus wie bei den aktuellen Amazon-Tablets. Ein weiteres Manko ist, dass die Barnes & Noble-Geräte keinen direkten HDMI-Ausgang bieten. Die Software wiederum basiert wie beim Hauptkonkurrenten auf Android 4.0.

Preis-Kampfansage

Amazon selbst hat mit seiner aktuellen Tablet-Generation, den Modellen Fire HD und Fire HD 8.9, für Aufsehen gesorgt, da diese die Konkurrenz preislich unter Druck setzen. Umso mehr muss man die Preisgestaltung von Barnes & Noble als echte Kampfansage verstehen. Mit 229 (**) respektive 269 Dollar sind Nook HD und und Nook HD+ nochmals um 20 beziehungsweise 30 Dollar billiger als der jeweils direkte Konkurrent. Als Erfolg für Barnes & Noble zu werten ist zudem, dass beispielsweise Gizmodo die Produktvorschläge des Nook-Shops sinnvoller gelöst findet als bei Amazon, da Kunden ein breiteres Spektrum an Literatur angeboten wird.

Indes blickt Barnes & Noble verstärkt in Richtung internationaler Märkte, wenngleich der Schwerpunkt dabei offenbar auf den E-Readern aus der Nook-Produktpalette liegt. Neben der Tablet-Präsentation hat das Unternehmen eine Reihe neuer Kooperationen mit britischen Handelsketten bekannt gegeben, die unter anderem den Nook Simple Touch in ihr Programm aufnehmen. Somit wird der klassische Buchhandelsriese in Großbritannien auch an dieser Front ein wichtigerer Herausforderer für den Online-Handelsgiganten Amazon.

Quelle: pressetext.com / Bilder: Barnes & Noble

(**)
Für die jeweilige 16 GB-Version.
Der Preis für die 8 GB-Variante des NOOK HD liegt bei 199 USD. Der Nook HD ist neben 16 GB noch in einer 32 GB-Ausführung für 299 USD zu haben.

via Barnes & Noble: Nook HD als Tablet-Kampfansage.

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Jul 07 2012

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Amazon bastelt an neuen Tablets und Kindle Phone

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Foxconn soll erstes Smartphone des Unternehmens produzieren

Seattle (pte010/06.07.2012/12:52) – Internetriese Amazon dürfte für 2012 noch einiges in der Pipeline haben. Gerüchteweise will man mit einem “Kindle Phone” in den Smartphone-Markt vordringen. Zudem könnte das Android-basierte “Kindle Fire”-Tablet im Sommer drei Nachfolger erhalten und im Herbst mit weiteren Modellen aufwarten.

Nachlegen muss der Konzern aus Seattle ohnehin, denn Google hat mit dem Nexus 7 deutlich gemacht, dass man den Kampf um die Vorherrschaft bei digitalen Entertainment-Inhalten ausgesprochen ernst nimmt.

Fire-Tablet mit 4G im Anmarsch

Glaubt man den Spekulationen, dann bleibt Amazon vorerst dem Sieben-Zoll-Format treu. Alle drei Sommer-Releases setzen demnach auf diese handlichen Abmessungen und unterscheiden sich ansonsten im technischen Umfang. Die vermutlich günstigste Version wird eine Auflösung von 1024 x 600 Pixel bieten und auf eine Kamera verzichten. Die beiden anderen Varianten bieten mit 1280 x 800 Pixel ein etwas schärferes Bild und unterstützen Videotelefonie. Die teuerste Ausgabe kommt zudem mit einem LTE-Modul auf den Markt.

Einen weiteren Neuzugang könnte die Kindle-Reihe im vierten Quartal bekommen. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft soll ein 8,9-Zoll-Modell erscheinen. Dessen Bildschirm 1.920 x 1.200 Pixel fasst. Angekurbelt wird die Gerüchtewelle von Richard Shim, einem Analysten von NPD DisplayResearch.com unter Berufung auf die Lieferkette. Er widerspricht damit den Aussagen eines ungenannten Informanten, der Mitte Mai angegeben hatte, dass Amazon die Pläne für ein 8,9-Zoll-Tablet zugunsten eines Modells mit 10,1 Zoll verworfen hätte.

Foxconn soll Kindle Phone bauen

Laut Bloomberg will Amazon nun auch im Smartphone-Sektor mit Google, Apple und Microsoft konkurrieren. Zwei anonyme Quellen berichteten dem Medium, dass das Unternehmen dafür mit dem chinesischen Fabrikanten Foxconn zusammenarbeitet, der auch für die Endfertigung von Apples iDevices verantwortlich zeichnet. Auch der Kauf der Intellectual Ventures Management LLC könnte als Indiz gedeutet werden. Mit diesem Erwerb verfügt Amazon jetzt über ein zusätzliches Portfolio von mehr als 35.000 Patenten.

Quelle: pressetext.com

via Bericht: Amazon plant neue Kindle-Modelle.

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Jun 29 2012

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Bericht: Amazon plant neue Kindle-Modelle

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Neben einer überarbeiteten Version des Kindle Fire sei auch eine 10 Zoll-Variante mit Quad-Core-Prozessor geplant. Das Aussehen soll dem des ersten iPads ähneln, dabei aber deutlich dünner sein.

Nachdem Microsoft und Google mit neuen Tablet-Geräten vorgeprescht sind, plant nun auch Amazon laut einem Bericht des Branchenportals BGR die Vorstellung neuer Modelle. Demnach sei neben einer überarbeiteten Variante des bereits veröffentlichten Kindle Fire auch ein 10 Zoll-Tablet geplant, das mit einem Quad-Core-Prozessor und einer Frontkamera ausgestattet ist. Das unter dem Codenamen “Hollywood” bekannte Modell, das womöglich als Kindle Fire 2 veröffentlicht wird, sei bereits seit längerer Zeit in Entwicklung, habe aber erst jetzt Marktreife erreicht.

Bessere Verarbeitung
Aber auch die überarbeitete Version des Kindle Fire ist mehr als nur eine kosmetische Aufbesserung, soll sie doch einen der größten Kritikpunkte des Billig-Tablets ausmerzen: die Verarbeitung. So soll das Gehäuse in Zukunft aus Metall statt Plastik bestehen und deutlich flacher sein. Das Aussehen der neuen Kindle-Modelle wird von BGR als “eine dünnere Version des ersten iPads” beschrieben.

Quelle: futurezone

via Bericht: Amazon plant neue Kindle-Modelle.

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Jun 29 2012

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Bericht: Kindle Fire 2 Ankündigung am 31. Juli

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Laut Insidern soll Amazon den Start des nächsten Kindle Fire vorbereiten. Das Tablet soll am 31. Juli offiziell vorgestellt werden und im dritten Quartal in den Handel kommen. Um mit Googles eigenem Tablet mithalten zu können, soll der Kindle Fire 2 eine Kamera bekommen und maximal 200 US-Dollar kosten.

Cnet will von gut informierten Quellen wissen, dass Amazon derzeit die Vorstellung des Kindle Fire 2 plant. Der Nachfolger des günstigen Android-Tablets könnte bereits am 31. Juli vorgestellt werden. DigiTimes geht davon aus, dass der Marktstart in den USA für das dritte Quartal geplant ist.

Genaue Spezifikationen und ob der Kindle Fire-Nachfolger auch wieder ein 7-Zoll-Display haben wird, sind noch nicht bekannt. Laut Cnet soll das Tablet eine Kamera bekommen und Lautstärke-Tasten. Viele Kunden des Kindle Fire haben sich beschwert, dass die Regelung der Lautstärke nur über den Touchscreen möglich ist.

199 US-Dollar
DigiTimes will von Komponenten-Zulieferern wissen, dass der neue Kindle Fire ein 7-Zoll-Display mit der Auflösung 1280×800 Pixel haben und 199 US-Dollar kosten wird. Der bisherige Kindle Fire soll dann um 149 US-Dollar angeboten werden.

Durch die Kamera und das höher auflösende Display soll der Kindle Fire 2 mit Googles eigenem Tablet mithalten können. Dieses wird diese Woche vorgestellt und soll ebenfalls ein 7-Zoll-Display mit 1280×800 Pixel haben und ab 199 US-Dollar erhältlich sein.

Im Sommer soll Amazons eigener Android-Appstore in fünf europäischen Ländern starten – Österreich ist nicht dabei. Damit könnte die Markteinführung des Kindle Fire bzw. des Nachfolgemodells in Europa vorbereitet werden. Der Kindle Fire ist bisher nur in den USA erhältlich.

Quelle: futurezone

via Bericht: Kindle Fire 2 Ankündigung am 31. Juli.

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Mai 19 2012

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Amazon plant Werbung auf dem Kindle Fire

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Das beliebte Tablet, das bislang noch nicht in D-A-CH verfügbar ist, könnte schon bald mit Werbung versehen werden. Derzeit ist aber noch unklar, in welcher Form das geschehen soll. Der Online-Versandhändler könnte damit noch stärker mit Apple in Konkurrenz treten.

Laut einer von Amazon beauftragten Werbeagentur plant das Online-Versandhaus offenbar auf seinem Tablet Kindle Fire in Zukunft auch Werbung zu schalten. Dafür müssen potentielle Investoren allerdings viel Geld in die Hand nehmen: der Mindestbetrag liegt bei 600.000 US-Dollar. Dafür bekommt der Werbekunde eine zweimonatige Kampagne, die allerdings keinerlei Garantien zur Reichweite gibt. Ab einer Million US-Dollar bekommt man ein erweitertes Werberepertoire zur Verfügung gestellt, muss sich allerdings nach wie vor auf die Effizienz von Amazon verlassen. Das sei laut der Werbeagentur auch der derzeit größte Kritikpunkt am neuen Werbeangebot von Amazon, da keine garantierte Reichweite sehr ungewöhnlich sei.

Werbung auch für bestehende Kunden möglich
Noch ist unklar, wie die Werbung ausgespielt werden soll. Auf dem normalen Kindle gibt es bereits jetzt eine werbefinanzierte Form des Tablets, das beim Ausschalten einen sogenannten “gesponserten Screensaver” einblendet, der aus Werbenachrichten besteht. Allerdings liegt es auch im Bereich des Möglichen, dass bereits bestehende Modelle nun mit Werbung versehen werden. Doch diese Variante ist deutlich weniger wahrscheinlich, da man Beschwerden der Kunden befürchtet. “Da bezahlt man den Premium-Preis und hat dann aber wegen der Werbung plötzlich ein deutlich schlechteres Gefühl. Es muss einen Gegenwert für die Kunden geben.” gibt einer der Verantwortlichen der Kampagne zu bedenken.

Testplattform Kindle
Der Dienst ähnelt stark Apples iAd, das ebenfalls Werbung innerhalb von iOS-Apps ermöglicht. Auch Apple setzte hier zunächst eine relativ hohe Hürde mit einem Mindestwert von einer Million US-Dollar an, senkte den Mindestpreis aber mittlerweile auf 100.000 US-Dollar. Der Kindle Fire ist die ideale Plattform zum Testen einer möglichen Werbeplattform von Amazon, da es das mit Abstand am meisten verkaufte Produkt von Amazon ist. Der iPad-Konkurrent wird Gerüchten zufolge mit Verlusten für Amazon produziert, sodass der Versandhändler seine dominante Rolle am E-Book-Markt ausbauen kann.

Quelle: futurezone

via Amazon plant Werbung auf dem Kindle Fire.

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Mai 17 2012

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Kindle-Test: Bewährtes mit neuem Touch

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Amazon bietet seinen E-Reader Kindle nun auch in Österreich und Deutschland mit Touchscreen an. Der Kindle touch ist ein minimalistisches Gerät, das – von der Mulit-Touch-Bedienung abgesehen – nur wenig Neues bietet. Und das ist gut so.

In den USA ist der Kindle touch bereits seit November vergangenen Jahres verfügbar, in Österreich und Deutschland ist er seit Mitte April erhältlich. Mit dem lange überfälligen Touchscreen-Modell schließt Amazon auch hierzulande zu Konkurrenzprodukten – etwa von Kobo und Sony – auf, die bereits seit längerem durchaus brauchbare E-Reader mit Touchscreens im Angebot haben. Gegenüber anderen Kindle-Modellen (Kindle, Kindle Keyboard) erweist sich die Touch-Bedienung als klarer Vorteil, da das eher mühsame Ansteuern von Wörtern mit dem Cursorpad beim Hervorheben von Textstellen oder beim Nachschlagen im Wörterbuch wegfällt und die Interaktion mit Texten nun einfacher und direkter vonstatten geht.

Konzentration auf das Wesentliche
Die Navigation und Menüführung wurde in einigen Bereichen verändert und an die Touch-Bedienung angepasst. Der Kindle touch wartet auch mit einigen neuen Features auf – etwa der Buchstatistik-Auswertung X-Ray und einer Übersetzungs-Funktion. Ansonsten bleibt fast alles beim Alten. Und das ist gut so. Denn das überzeugendste Argument für den Kindle war und ist die Konzentration auf das Wesentliche, nämlich dem Lesen von elektronischen Büchern.

WLAN und 3G
Der E-Reader wird in zwei Versionen (WLAN und WLAN/3G) angeboten und verfügt über ein 6-Zoll E-Ink-Pearl-Display. Mit 213 (WLAN) und 220 (WLAN und 3G) Gramm ist der Kindle touch etwas schwerer als der Kindle mit Cursorpad (170 Gramm), aber leichter als der Kindle Keyboard (247 Gramm).

Der Speicherplatz umfasst 4 GB, was in etwa 3000 E-Books entspricht. Die Akkulaufzeit wird von Amazon mit bis zu zwei Monaten – bei ausgeschalteter WLAN- und 3G-Verbindung – angegeben. Bei aktivierter Verbindung soll der Akku bis zu drei Wochen halten. Überprüft werden konnte dies jedoch nicht, da das Testgerät nur für einen kurzen Zeitraum zur Verfügung stand.

Die Kontraste sind geringfügig besser als bei bisherigen Kindle-Modellen. Die E-Ink-Pearl-Technologie, mittlerweile ein Standard bei reinen E-Readern, ermöglicht eine gute Lesbarkeit der Texte und kommt auch bei zahlreichen anderen Herstellern zum Einsatz.

Zwei Knöpfe
Das Gerät wirkt spartanisch und verfügt über gerade einmal zwei Knöpfe. Ein Ein- und Ausschaltknopf, der sich auf der Unterseite des Readers neben dem Mikro-USB- und dem Kopfhöreranschluss befindet, und einem “Home”-Button, der mittig unterhalb des Bildschirms platziert ist und auf den ersten Blick wie ein Lautsprecher aussieht.

Am Homescreen werden die geladenen Inhalte in Listen und wahlweise erstmals in Cover-Form angezeigt. Am rechten oberen Bildschirmrand befindet sich eine Leiste mit Shop-Icon, Suchformular und Menüsteuerung.

Antippen oder Wischen
In den E-Books blättern lässt sich entweder mittels Tippen auf den mittleren und rechten Bildschirmbereich (vor) und den linken Bildschirmrand (zurück) oder mittels Wischbewegungen am Bildschirm (nach links: vor, nach rechts: zurück).

Das Menü kann über das Antippen des oberen Bildschirmrandes aufgerufen werden. Über das Halten des Finger auf einem Wort kann im Wörterbuch nachgeschlagen werden, mit dem Ziehen des Fingers lassen sich Textpassagen markieren, nach dem Aufrufen der virtuellen Tastatur können auch Notizen hinzugefügt werden. Daneben wartet der Kindle touch mit gängigen E-Reader-Funktionen, wie variablen Schriftgrößen und dem Setzen von Lesezeichen auf.

Bei manchen Funktionen – etwa beim Aufrufen des Menüs – reagiert der Touchscreen etwas schleppend. Das Blättern und das Eintippen über die virtuelle Tastatur gehen jedoch zügig von der Hand. Legt man das Gerät zur Seite, ohne es in den Schlafzustand zu versetzen, kann es jedoch passieren, dass der E-Reader bei kleinen Erschütterungen selbstständig weiterblättert.

Neu: Übersetzung und X-Ray
Neu ist die Übersetzungsfunktion, die über das Halten von Wörtern und Textpassagen angesteuert werden kann und das Feature X-Ray, mit dem sich Texte statistisch auswerten lassen. So gibt X-Ray etwa an, wie oft Personen im Buch vorkommen. Auch die Häufigkeit von Wörtern wird ausgewiesen. Das statistische “Durchleuchten” von E-Books wird bislang allerdings nur bei ausgewählten, englischsprachigen Titeln angeboten. Ebenfalls neu ist das Kindle-Shop-Icon, über das der Kindle-Shop direkt aus der Menüleiste angesteuert werden kann.

Die WLAN-Verbindung lässt sich unkompliziert einrichten und funktioniert klaglos. Amazon bietet den Kindle touch auch in einer 3G-Version an. Die Mobilfunkverbindung kann jedoch nur für das Einkaufen im Kindle-Shop und für das Nachschlagen in der Wikipedia genutzt werden, dafür aber weltweit. Die Kosten für die Verbindung werden von Amazon übernommen. Browsen über 3G-Verbindung ist nur in manchen Ländern möglich, Österreich zählt nicht dazu.

Browser weiterhin “experimentell”
Der E-Reader bietet – wie auch schon bei früheren Modellen – unter dem Menüpunkt “Experimentell” auch einen Web-Browser. Gegenüber dem Kindle und dem Kindle Keyboard stellt die Mulit-Touch-Bedienung beim Surfen auf jeden Fall eine Verbesserung dar. Wirklich zufriedenstellend ist die Webnutzung am E-Ink-Display freilich nicht. Beim Zoomen mit Pinch-to-Zoom (zwei Fingern) ruckelt das Bild, der Seitenaufbau läuft eher behäbig ab. Andererseits: Wer ein Gerät zum mobilen Surfen sucht, wird sich sicherlich keinen E-Reader mit E-Ink-Display kaufen.

Auch für die Lektüre von Zeitschriften- und Zeitungsangeboten ist der Kindle eher nicht zu empfehlen. Ob “FAZ” oder “The Atlantic” – die Navigation durch die Inhalte gestaltet sich umständlich. Daran ändert auch die Touch-Bedienung nichts. Bilder können zwar vergrößert werden, auf dem E-Ink-Display wirken sie dennoch trostlos. Auch das Angebot ist bescheiden. Gerade einmal acht Magazine und 13 Zeitungen finden sich im Kindle-Shop.

Mit der Text-to-Speech-Funktion bietet der Kindle Touch ein Feature, über das vergleichbare Konkurrenzprodukte nicht verfügen. Bei englischsprachigen E-Books ist die Vorlesefunktion mit Roboterstimme durchaus verbreitet, bei deutschsprachigen E-Books kommt sie nicht zum Einsatz.

Formate
Unterstützt werden unter anderem die hauseigenen Kindle-Formate AZW und AZW 3 sowie MOBI, PDF, TXT und DOC, sowie Audio- (MP3, Audible) und Bildformate (JPEG, GIF, PNG). Dateien können mittels Micro-USB-Kabel vom PC oder Mac auf das Gerät gezogen oder über eine eigens dafür eingerichtete Kindle-E-Mail-Adresse – auch von anderen genehmigten Kontakten – an den E-Reader gesendet werden.

Das im deutschsprachigen Raum sehr verbreitete EPUB-Format wird – wie auch bei den anderen Kindle-Geräten – nicht unterstützt. Das hat auch zur Folge, dass etwa der E-Book-Verleih in österreichischen öffentlichen Bibliotheken nicht genutzt werden kann. E-Books, von MOBI- und PDF-Dateien ohne Kopierschutz abgesehen, können ausschließlich bei Amazon gekauft werden.

An der vor allem durch Kopierschutzstrategien bedingten fehlenden Kompatibilität zwischen Lesegeräten und Formaten – eine der größeren Tragödien am E-Book-Markt – wird sich wohl auf absehbare Zeit nichts ändern. Sie sollte aber beim Kauf von E-Readern berücksichtigt werden. Wer seinen Bestand an elektronischen Büchern nicht alle zwei Jahre ins digitale Nirvana versenken will, entscheidet sich wohl längerfristig für ein System mit all seinen Vor- und Nachteilen.

Ökosystem
Amazon bietet in seinem Kindle-Shop eine umfassende Auswahl an elektronischen Büchern, darunter auch zahlreiche gemeinfreie Titel. Auch bei deutschsprachigen E-Books ist das Angebot mittlerweile durchaus akzeptabel. Vor allem Neuerscheinungen werden von vielen Verlagen auch in digitaler Form veröffentlicht.

Über Smartphone- und Tablet-Apps sowie Programme für PC und Mac können die digitalen Bücher auf verschiedenen Geräten gelesen und auch untereinander synchronisiert werden. Die E-Books bleiben auf Amazon-Servern gespeichert und können bei Bedarf aus dem “Archiv” auf die Geräte transferiert werden.

Fazit
Mit dem Kindle touch hat nun auch Amazon im deutschsprachigen Raum ein Touchscreen-Gerät im Angebot, das zwar wenig Neues, dafür aber eine durchaus ansprechende Weiterentwicklung eines bewährten Modells bietet. Wer schon bisher Kindle-Geräte zur elektronischen Lektüre genutzt hat, wird sich mit dem Kindle touch schnell anfreunden.

Für E-Book-Neueinsteiger gibt es durchaus Alternativen, etwa den Kobo eReader Touch Edition oder Sonys E-Reader WiFi PRS-T1, die beide das EPUB-Format unterstützen. Mit 129 Euro für die WLAN-Version ist der Kindle touch teurer als etwa der Kobo-Reader, der bereits für 99 Euro zu haben ist, und billiger als der Sony WiFi PRS-T1, der 149 Euro kostet. Bei Ausstattung und Funktionsumfang gibt es zwischen den Geräten aber Unterschiede. Alles in allem ist der Kindle touch ein durchaus ansprechendes digitales Lesegerät auf der Höhe der Zeit.

Technische Daten Kindle touch

Display: 6-Zoll E-Ink Display mit Multi-Touch (16 Graustufen)

Speicher: 4 GB (3000 Bücher)

Abmessungen: 172 mm x 120 mm x 10,1 mm

Gewicht: 213 Gramm (Wifi), 220 Gramm (3G)

Unterstützte Formate: Text: Kindle (AZW), TXT, PDF, ungeschützte MOBI, PRC nativ; HTML, DOC, DOCX.
Bild: JPEG, GIF, PNG, BMP nach Konvertierung
Audio: MP3, Audible

Zubehör: Micro USB-Kabel

Konnektivität: Wi-Fi 802.11 b/g/n wahlweise mit 3G

Preis: 129 Euro (WiFi), 189 Euro (Wifi und 3G)

Quelle: futurezone

Mehr zum Thema:
[Test] eReader: The Good, the Bad and the Ugly

via Kindle-Test: Bewährtes mit neuem Touch.

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Apr 14 2012

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USA: Amazon macht gebrauchte CDs zu barer Münze

Trade-in-Service vorerst nur in den USA verfügbar

Seattle (pte001/14.04.2012/06:00) – Online-Händler Amazon hat angekündigt, sein Trade-in-Angebot in den USA auch auf CDs auszuweiten, berichtet die Huffington Post. Künftig können User neben Büchern, Videospielen, DVDs und Elektronik auch gebrauchte CDs an Amazon schicken. Für Scheiben in gutem Zustand sollen Nutzer zwei bis drei Dollar in Form von Gutschriften erhalten, vermuten Analysten. Die Ansprüche von Amazon an den Zustand der Ware sind allerdings relativ hoch. Für Besitzer neuwertiger Gebraucht-Silberscheiben kann sich das Angebot hingegen durchaus lohnen.

Seit vergangenem Jahr können auch deutsche Amazon-Kunden gebrauchte Waren eintauschen. “In Deutschland umfasst das Trade-in-Programm derzeit Bücher und Videospiele. Grundsätzlich dehnen wir erfolgreiche Services natürlich auf neue Produktkategorien aus. Derzeit gibt es aber noch keine Ankündigung für eine Ausweitung des Trade-in-Programms”, sagt Christine Höger von Amazon Deutschland.

Gratis-Versand

Amazon bietet seinen Kunden Gratis-Marken für den Versand der CDs an. Der Preis richtet sich nach der Qualität der eingesandten Plastikscheiben. Angenommen werden lediglich CDs ohne Kratzer, komplett mit Cover, Booklet und anderem Zubehör und nur in den Plastikhüllen, in denen CDs üblicherweise verkauft werden. Lukrativ ist der Markt für gebrauchte CDs derzeit nicht. Das wird sich auch durch den Einstieg von Amazon nicht ändern. Das muss es aber auch nicht, denn der Handelsriese hat wenig Interesse an gebrauchten Tonträgern.

Es gibt zwar auch andere Unternehmen, die gebrauchte CDs aufkaufen, von den großen Spielern auf dem Markt ist Amazon aber der einzige, der sich in diesem Geschäftsfeld versucht. Die Hoffnung des Händlers ist laut Analysten, dass der Vorstoß die Menschen dazu animiert, mehr Geld auszugeben. Studien haben ergeben, dass Konsumenten mit Gutschriften bis 40 Prozent mehr ausgeben als der Coupon wert ist. Außerdem soll mit dem Angebot die Loyalität der Kunden vergrößert werden.

Zusatzeinkommen

Wer seine Musiksammlung schon länger digitalisieren wollte, könnte durch den Verkauf der Musiksammlung einige Euro zusätzlich verdienen. Das Vergleichen der Angebote verschiedener Händler kann sich lohnen. Reich werden Musikfans dadurch aber nicht. Dafür schafft die Entsorgung großer Sammlungen eine Menge Platz. Hinzu kommt, dass gekaufte CDs nicht ewig haltbar sind und deshalb sowieso digitalisiert und ordentlich gesichert werden sollten.

Quelle: pressetext.com

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Jan 12 2012

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Hollywood-Studios: Film-Wolke nimmt Fahrt auf

Amazon will Streaming-Dienst für Ultraviolet anbieten

Las Vegas (pte010/12.01.2012/11:48) – Ultraviolet ist ein Cloud-Dienst für hochauflösende Filme, der von einem Konsortium aus 70 Unternehmen gegründet wurde. Alle großen Hollywood-Studios, mit Ausnahme von Disney, sind Mitglieder im Digital Entertainment Content Ecosystem. Das liegt vor allem am integrierten Kopierschutz. “Ultraviolet soll auch helfen, Verluste aus anderen Geschäftsfeldern, wie dem DVD-Verkauf, abzufangen”, sagt Monique Göschl vom Generalsekretariat des Vereins für Anti-Piraterie der Film- und Videobranche http://dach-contentprotection.org.

Händler zieht mit

Amazon hat einen Vertrag mit Warner Bros geschlossen. Der Online-Händler will ein Streaming-Angebot auf Ultraviolet-Basis konzipieren. Wie das Produkt ganau aussehen wird, ist noch unklar. Die Unterstützung durch Amazon ist für Ultraviolet enorm wertvoll, da der Online-Händler genügend Marktmacht hat, um neue Plattformen zu etablieren. Durch die Zusammenarbeit mit Amazon wird Ultraviolet vielleicht auch kundenfreundlicher. Bisher kann im Netz nur auf solche Filme zugegriffen werden, die vorher in Form einer Blu-ray erworben worden sind.

“Es handelt sich um ein Modell, das sich von anderen Videoservices unterscheidet. Ultraviolet ermöglicht die Erstellung einer legalen Digitalkopie”, erklärt Göschl. In Deutschland ist Ultraviolet derzeit noch nicht verfügbar. In den USA gibt es das System schon drei Monate lang. Laut Angaben des Gründer-Konsortiums konnten bislang 750.000 Haushalte zur Nutzung bewegt werden. Weiteren Rückenwind bekommt Ultraviolet durch die Ankündigung, dass neue Samsung-Blu-ray-Player kompatibel sein werden.

Besser spät als nie

Die großen Studios hoffen mit Ultraviolet einen Nerv zu treffen. “Die Industrie kommt den Konsumenten entgegen. Es gibt große Nachfrage nach legalen Online-Angeboten”, so Göschl. Die Konkurrenz ist mittlerweile allerdings sehr groß. Es gibt haufenweise legale Film-Angebote im Internet. “Solange die gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht gepasst haben, war es riskant für die Industrie einen eigenen Vorstoß zu wagen. Zu spät ist es nie”, verteidigt Göschl die langsame Reaktion der Studios.

Quelle: pressetext.com

via Hollywood-Studios: Film-Wolke nimmt Fahrt auf.

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Dez 14 2011

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Amazon-Tablet Kindle Fire im Test: Multimedia mit Macken

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In den USA scheiden sich die Geister an Amazons neuem Tablet. Während die einen Konzept und Preis loben, tadeln die anderen die Usability und den Browser. Noch ist das Gerät nicht in D-A-CH erhältlich, doch die futurezone konnte bereits ein Exemplar für einen Test in die Finger bekommen.

Marktforscher sehen es schon auf dem zweiten Platz hinter dem iPad, US-Konsumenten freuen sich über den Kampfpreis, und Design-Guru Jacob Nielsen bezeichnete seine Nutzererfahrung als “erbärmlich”: Der “Kindle Fire”, Amazons neues Tablet, gehört mit Sicherheit zu jenen Geräten, die 2011 in den Listen der wichtigsten Hightech-Neuheiten landen wird.

Derzeit ist der Kindle Fire nur in den USA um 199 Dollar (152 Euro) erhältlich, stößt kurz vor Weihnachten aber auch im Ausland auf viel Interesse. Aber Achtung: Wer es etwa bei eBay im Ausland ersteigert, muss rund 50 Euro Zoll sowie Postgebühr bezahlen. Die futurezone konnte einen auf diesem Weg eingeführten Kindle Fire bereits einem ersten Test unterziehen.

Gar nicht so leicht
Konzeptuell sowie von der Hardware her ist der Kindle Fire komplett anders angelegt als das iPad. Während das Apple-Produkt seinem Hersteller satte Einnahmen besorgt, verkauft Amazon sein Tablet nicht gewinnbringend. Der Online-Händler spekuliert auf einen mittelfristigen Gewinn, soll das Tablet doch das ultimative Portal zu kostenpflichtigem Content sein – vom eBook bis zum gestreamten Film.

Mit den Maßen 190 mm x 120 mm x 11.4 mm ist der Kindle Fire nur etwa halb so groß wie das iPad, bringt mit 413 Gramm aber dennoch einiges an Gewicht auf die Waage (iPad 2: 601 Gramm, Samsung Galaxy Tab: 380 Gramm). Auch ist er eine Spur dicker als das iPad 2, hat jedoch weder Kamera noch 3G-Modul spendiert bekommen (nur WLAN). Darüber hinaus sind nur 8 GB Speicher unter dem Gehäuse aus griffigem Plastik verbaut. Es gibt zwar einen Kopfhörer-Anschluss, Lautstärkeregler am Gehäuse fehlen leider.

“Easy to hold in one hand”, verspricht Amazon. Das mag zwar stimmen, in der Praxis greift man den Kindle Fire aber meist trotzdem mit zwei Händen an und verlegt sich darauf, es im Querformat zu halten – was aber nicht nur ergonomische Gründe hat. Noch ein Wort zur Hardware: Das Gerät hat nur einen Knopf zum Einschalten, Programme werden immer über einen eingeblendeten “Home”-Knopf beendet.

Touchscreen mit Mankos
Bei der Display-Größe hat sich Amazon für sieben Zoll (1024 x 600 Pixel) entschieden – und sich damit zurecht eine Rüge von Design-Guru Nielsen eingehandelt: Content, der für Magazine, Smartphone-Displays, 10-Zoll-Tablet oder Desktop-PCs ausgelegt ist, würde in dieser Größe nicht funktionieren, so Nielsen.

Dieser Kritikpunkt ist berechtigt. Werden Webseiten in der Standard-Form angezeigt, sind Schrift und Links tatsächlich oft zu klein, um les- bzw. klickbar (“Fat-Finger-Problem”) zu sein. Wechselt man auf die mobile Webseite, will das Layout ebenfalls nicht so recht passen. Immerhin kann man dem Browser “Silk” in den Einstellungen sagen, dass er mobile Webseiten-Darstellungen präferieren soll.

Der Touchscreen selbst funktioniert gut, wenn er auch nicht so flott reagiert, wie man es sich wünschen würde. Beim schnellen Scrollen oder der Pinch-to-Zoom-Geste zum Vergrößern etwa merkt man, dass er verzögert bzw. manchmal etwas ruckelt. Diesbezüglich (und wegen anderen Problemen) hat Amazon ein Software-Update versprochen. Anzumerken ist auch, dass der Bildschirm stark spiegelt – ein Problem, dass aber viele Tablets betrifft.

Silk – der kritisierte Browser
Anders als bei iPad oder Android-Tablets üblich werden beim Kindle Fire Programme nicht über Apps und Widgets auf einem Startbildschirm angesteuert, sondern über sieben Reiter in der Leiste oben (“Newsstand”, “Books”, “Music”, “Video”, “Docs”, “Apps”, “Web”) abgerufen. Von Googles Betriebssystem Android, auf dem der Kindle Fire läuft, merkt man optisch rein gar nichts.

Über “Web” öffnet man den Browser “Silk”, der von Amazon ob seiner Cloud-Funktionalität als sehr schnell angepriesen, von Datenschützern genau deswegen kritisiert wird (der komplette Datenverkehr wird über Firmenserver geleitet, dort für das Tablet optimiert und komprimiert). Im Kurztest war von Speed nichts zu bemerken: Unter gleichen Verbindungsbedingungen luden Webseiten wie Kurier.at, NYT.com oder futurezone.at im iPad-2-Browser “Safari” schneller. Das deckt sich mit Testergebnissen, von denen etwa ReadWriteWeb berichtet.

Ein weiteres Problem des Browsers: Wenn man im Querformat surft, nehmen die Menüleisten oben und unten recht viel von der ohnehin schon recht geringen Bildfläche weg. Positiv anzumerken ist aber in jedem Fall, dass der Kindle Fire im Gegensatz zu Apples iPad den Web-Standard Flash unterstützt.

Viele Inhalte – aber nicht in Deutschland oder Österreich
Viel surfen oder arbeiten (Dokumente lassen sich aufspielen) soll man mit dem Kindle Fire aber ohnehin nicht – Amazon ist es wohl lieber, dass man in seinem reichhaltigen Online-Shop Geld ausgibt. Die Bereiche “Newsstand”, “Books”, “Music”, “Video” und “Apps” haben eigene Stores angeschlossen, zu denen man von den auf dem Gerät (ca. 6,5 GB sind frei) bzw. in der Cloud (unbegrenzter Speicherplatz, aka Amazon-Server) gespeicherten eigenen Inhalten mit einem Klick wechseln kann.

Schaltzentrale des Kindle Fire ist der Startbildschirm, der im “Cover Flow”-Stil von Apple die zuletzt benutzten Programme schön nebeneinander auffädelt. Das sieht gut aus, allerdings weiß jeder andere, der das Tablet zur Hand nimmt, welche Bücher/Filme/Apps man gerade liest/sieht/nutzt. Insofern lohnt es sich, das Gerät per Code zu sperren. Aktiv personalisieren wie etwa mit App-Icons am iPad lässt sich der Startbildschirm nicht – er wird automatisch personalisiert.

Ob Apps in Amazons Appstore (von Amazon freigegebene Android-Apps), mehr als eine Million Bücher im Kindle Store (plus 2 Mio. kostenlose Titel), mehr als 400 digitale Magazine und Zeitungen im Newsstand, mehr als 17 Mio. Songs in Amazons MP3 Store oder mehr als 100.000 Filme und TV-Shows – das Angebot ist mit Sicherheit überwältigend. Amazon-Prime-Kunden können für 79 Dollar im Jahr obendrein gebührenfrei und nach Belieben 10.000 Filminhalte und 5000 eBooks nutzen.

Die Crux der Geschichte: Abgesehen von den eBooks unterliegt der restliche Content offenbar Lizenzbeschränkungen. “Amazon App Store is not yet available in your region” heißt es etwa, wenn man in Deutschland oder Österreich ein Programm auf den Kindle Fire laden will, genauso, wie Fehlermeldungen bei Film-Streams aufpoppen. Einzig den vorinstallierten, personalisierbaren Feed-Reader Pulse kann man hierzulande nutzen. Lediglich über einen Umweg kann man derzeit Musik auf das Tablet bringen – und zwar, indem man selbst MP3s in Amazons Cloud Drive (5 GB gratis) hochlädt. **)

Fazit
Insgesamt hat Amazon solide, wenn auch nicht überwältigende Hardware abgeliefert, sich in Sachen Menüführung etwas Neues überlegt und den Konsum von Cloud-Content auf die nächste Ebene gehoben. Auch der Preis von gerade einmal 199 Dollar ist ein schlagkräftiges Argument. Dem stehen einige Nachteile gegenüber: Der Browser wirft Privatsphäre-Fragen auf und ist (noch) nicht sonderlich schnell, für unterwegs gibt es keine 3G-Option. Solange Amazon seine Online-Shops nicht in Österreich aufsperrt, ist eine Anschaffung zudem eigentlich sinnlos.

Quelle: futurezone / Foto © Jakob Steinschaden

**) Evtl. hilft auch dieser Trick: Amazon App-Store mit Stealthy nutzen
Einfach mal testen – kostet ja nichts. Denn was für den App-Store gilt sollte auch beim Kindle Store funktionieren

via Amazon-Tablet Kindle Fire im Test: Multimedia mit Macken.

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