Aug 15 2012

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Gemeinsames Videoportal von RTL und ProSiebenSat.1 vor dem Aus

Das Bemühen der Mediengruppen RTL und ProSiebenSat.1 um eine gemeinsam betriebene Online-Videoplattform ist nun auch vor Gericht gescheitert. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat das zuvor vom Bundeskartellamt verhängte Verbot bestätigt.

Geplant hatten die beiden Unternehmen ein TV-Portal namens ‘Amazonas’, das in Ansätzen an das US-Erfolgsmodell ‘Hulu’ erinnert. Die Zielsetzung war es, den Usern eine zentrale Anlaufstelle anzubieten, um TV-Inhalte zeitversetzt im Netz aufrufen zu können. Dazu sollte allen privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern ein individueller Angebotsbereich zur Verfügung gestellt werden.

Bereits im März 2011 hatte das Bundeskartellamt das Vorhaben aufgrund wettbewerbsrechtlicher Bedenken untersagt. Die Entscheidung bezeichneten daraufhin beide Sendergruppen als nicht nachvollziehbar. “Die Behörde verhindert damit einen insbesondere aus Nutzersicht neuen praktischen Service zum kostenlosen zeitversetzten Abruf von TV-Inhalten auf einer zentralen Plattform”, hieß es unter anderem in einer RTL-Stellungnahme. Zudem werde die Position der deutschen Unternehmen im internationalen Wettbewerb geschwächt.

In seinem Urteil folgte das Oberlandesgericht (OLG) allerdings den Bedenken der Behörde, die mit der Gründung der gemeinsamen Plattform eine Verstärkung des marktbeherrschenden Duopols der beiden Sendergruppen im Bereich der Fernsehwerbung einhergehen sehen. Die Möglichkeit einer Rechtsbeschwerde hat das OLG nicht zugelassen.

Noch nicht vom Bundeskartellamt geprüft wurde unterdessen das Video-on-Demand-Angebot ‘Germany’s Gold’, das ARD und ZDF gemeinsam mit einigen Produktionsfirmen anschieben. Frühestens Ende des Jahres soll die Plattform starten, vorbehaltlich der endgültigen Prüfung und Freigabe durch die Behörde.

Quelle: Michael Brandes/wunschliste

via Video-Plattform Amazonas: RTL und ProSiebenSat.1 müssen auf OLG-Urteil warten.

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